Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 6 H. (1808)
- Article
- Über Massora und Massoreten
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 406 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2304627-2304649-2304650-10856924-2315439--01713-2315936- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
406 Unterrichte der Jugend wurde dieses heilige Buch zum Grunde gelegt. Es war daher das Formular für alle Schriftsteller ohne Ausnahme; historische, prophetische und poetische Produkte wurden nach diesem göttlichen Buche modulirt; die Dichtergemalde in demselben wurden nachgcahmt, die großen Ereignisse der Nation wurden mannigfaltig besungen, manche Ausdrücke und Redensarten wurden wiederholt. Die Geschichtschreiber schießen sich an dasselbe an und bildeten eine zusammenhängende Kette von Erzählungen, die sich bis zum Untergänge der Nation hinabwindctc, und erwarben sich dadurch das Recht der Glaubwürdigkeit und der Kanonicität für ihre Bücher bei ihren Zeitgenossen und bei der Nachwelt. Wie sich nun aber der schriftliche Text in einer ununterbrochenen Kette eine lange Zeit unter Protection der Gelehrten und Schriftsteller allerlei Art erhielt: eben so laßt es sich denken, daß die mündlichen Auslegungen und Erklärungen, worunter auch die philologischen und kritischen Observationen gehören, sich bei den Gelehrten verschiedener Perioden durch Tradition von Zeit zu Zeit forrpflanztcn. Möge cs auch mitunter Aftergclchrte und Schulfüchsc gegeben haben, die entweder aus Unkunde oder aus Schwärmerei die gute Cache mißbrauchten, so hatte dieß doch auf das Ganze keinen nachcheiligen Einfluß,' da doch zu allen Zeiten Hauptakadcmicn, alö die Prophctcnschulc des Samuel, Elias, Elisa, der großen Propheten und Demagogen» Icsaias, Joel, Micha «, a. m. cxistirten, welche, immer der Wahrheit gctteu, der ersten Ur- Tradition nahe