Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 6 H. (1808)
- Article
- Über Massora und Massoreten
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 401 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2304627-2304649-2304650-10856924-2315439--01708-2315931- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
401 schcinungen; sinnliche Darstellungen ersetzen den Mange! der vollkommen entwickelten Begriffe,. lebendige Bilder ('. scheinen statt todrer Abstractionm. Den Glauben an cm ewiges göttliches Wesen, das das ganze Universum mit undurchdringlicher Weisheit, unbeschrankter Kraft und unvergleichbarer Güte umfaßt, beurkundet die ungekünstelte Darstellung der Urschöpfung in 6 kurzen Perioden; den hohen Begriff der schöpferischen Kraft, die mit einer alle Vorstellung übersteigenden Leichtigkeit jedem -Wesen sein Daftyn gab, verdeutlichte der sinnliche Ausdruck: Gott sprach: Es werde, und der göttliche Wille, den Wesen specielle und totale Erhaltung und Dauer zu verleihen, ward durch die Worte: Gott sähe, daß es gutsey*), *) Ach lasse e6 unentschieden, ob MoseS selbst, mittelst göttlicher Eingebung, Verfasser der Schöpfungsgeschichte gewesen sei), oder ob er aus alteren Quellen geschöpft, oder endlich, ob er eine vorgefunecne frühere Urkunde benutzt habe. Dergleichen Untersuchungen gehören nicht hierher. Am wahrscheinlichsten und urrftrm ausgestellten Grundsätze gemäß ist ce, daß das ganze erste Buch MosiS, welches eine Archäologie der Welt, des Menschengeschlechts, und vorzüglich des ifraelit. Volks von seinem Ursprünge bis auf Moses selbst enthielt, ans mündlichen Uebcrllefcrungen entstanden ist. Dem sey aber . wie ihm wolle, so ist, waS besonders die Schöpfungsgeschichte bem'ft, das Meisterwerk eines denkenden Weisen nicht unverkennbar, der. Ln einem kurzen aber allgemein verständlichen Abriß, den erhabenen Gedanken von einem übersinnlichen Urheber der Welt unter sinnlichen Bestimmungen geschichtlich darsiellte. Welche hohe geniale Einbildungskraft erscheinet hier nicht in dem ganzen Umfange dieser Erzählung! sie schafft uns rin lebendiges Gemälde des Chaos, aus dem die Welt hervorgmg, sie bildet uns eine ganze Geschichte de6 allmahligcn Ursprunges des Himmels und der Erde;