Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 6 H. (1808)
- Article
- Französische Literatur
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 389 (sequence 8)
- Language
- German
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trieb, so geschah dieses doch nur, weil man sie alle auS der Gesellschaft gleichsam verwiesen und ihnen keine ander« Hülfsqncllc als eben diesen erniedrigenden Wucher zur Nahrung gelassen hat, und sic sich daher nicht verpflichtet glaubten, ihre bittersten Verfolger als ihre Brüder betrachten zu müsse». Nach der Behauptung Anderer suchen die Juden die Grundsätze der Unmoralitat, wenn sie selbige in dem reinen Texte der Bibel selbst nicht finden können, in der Auslegung der Rabbinen auf, welche, wie man weiß, die einfache und klare Religion Mosis mit einer Menge Vorurthcilc verunstaltet haben. Hierin pflichte ich aber ganz der Meinung des Herrn Hurwitz bei, daß man sich nicht genug wundern kann, wie man solche oberfiach. liche Ilrchcile über ein Werk fallen kann, das in einer Sprache geschrieben ist, die jetzt nur fast den Juden allein -verständlich ist. Mit Recht beschuldigt man die neueren " Gesetzgeber dieser Nation, daß sic ihre Religion mit kleinlichen und unsinnigen Gebräuchen überfüllt, dadurch den Geist eingeengt, und unbedeutende Cercmonien für Ausübung der wahren Frömmigkeit ausgegcben haben; doch muß man ihnen die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß ihr Gesetzbuch die unvcrwerflichste Sittlichkeit athmet. Durchaus empfehlen sie darin das uneigennützigste Mitleid unter den menschenfreundlichsten Ansichten an, ermahnen zur Duldung und Ergebung im tiefsten Leiden, zur Achtung der Obrigkeit bei ihrem strengsten Verfahren, welche sie als Srellverrretcrin der Gottheit auf Erden zu betrachten gebieten. Ihren wirksamen und oft weisen Vor-