Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 6 H. (1808)
- Article
- Französische Literatur
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 388 (sequence 7)
- Language
- German
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388 die Kanaanitcn statt gefunden Hai, die Uu . der.Bibel mit dem Namen Götzendiener bezeichnet sind, keincswcgcs aber gegen solche Völker der Erde» unter denen der eigentliche Götzendienst keine Anhänger findet. Doch wird man mir einwendcn: Hat nicht Moses selbst den Wucher gegen Fremde erlaubt, und ihn nur gegen seine Brüder verboten? Auch diesem Vorwürfe laßt sich leicht begegnen. Zuerst müssen wir aber eincn klaren Begriff von dem Worte Wucher haben, und auseinandersctzcn, was eigentlich darunter verstanden wird. Denn alle Schriftsteller, wird man cingestehc», die diesen Gegenstand bis jetzt behandelten, haben ihn nicht gehörig beleuchtet. Gewiß bczcichncik^As verhaßte Wort Wucher nicht das bloße Darleihen auf gemäßigte Interessen; denn dieser Gewinnst, ob er gleich immer einer der unedlem Gattung bleibt, wird jedoch nur dann erst strafbar, wenn er übertrieben, und eine gesetzlose schmutzige Habsucht damit verknüpft wird. Da nun Moses aus seinen Israeliten nu. ein Ackerbau treibendes Volk bilden wollte, so erhellt sehr leicht hieraus, daß seine Gesetze nicht nur de» wirklichen Wucher, sondern das bloße Leihen aufJntcrcsse schon verbiete» mußten: und wirklich wahrend andere Gesetzgeber den strafbaren Wucher nicht einmal untersagten, wollte er sogar nicht das einfache Leihen auf Interesse und alles, was untcr dem lateinischen Worte focncrari begriffen wird, unter den Gliedern des nämlichen Volks gestatten. Hat sich in der Folg« ein Theil der Juden wirklich so weit vom wahren Geiste ihrer Religion entfernt, daß er leider nur oft genug den empörendsten Wucher