Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 6 H. (1808)
- Article
- Französische Literatur
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 387 (sequence 6)
- Language
- German
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und eben diese Heuchelei ist, Die der sinnreiche Larochtfoncanlt sehr wahr sagt, die gla.izreichste Huldigung, welche das Laster der Tugend bringen kann. Doch statt aller Untersuchung hierüber wollen wir, um das Verleumderische dieser Anklage ganz an den Tag jti legen, dieses vermeintliche Gesetzbuch des Trugs und des Raubes einmal öffnen und zuschm, worauf sich diese Anschuldigungen stutzen. Es ist wahr, dieser Gesetzgeber liest die Israeliten die Deute, die sie von den Kanaanitcn eroberten, als ihr er« worbnes Eigenchum betrachten; hierzu aber fand er sich nothgedrungen, wenn er anders die Hebräer , die an das hcruinirrendc Leben gewöhnt waren, in dem Lande, welchcs einst ihren Voreltern versprochen war, fcsihaltcn wollte. -Wer kann cs aber leugnen, dast sonst in seinen Gesetzen, seinen Grundsätzen und seinen Dorschristen allenthalben die reinste Moral, der mildeste Duldungsgcist athme. Wahrlich, der Gesetzgeber kann gcwist nicht als grausam geschildert werden, der seinem Volke ausdrücklich befiehlt; Den Fremden zu lieben mit der Erinnerung, daß ihre Vorfahren auch einst Sklaven gewesen waren: der es lehrt seinen Bruder wie sich selbst zu lieben, Gutes für Böses zu vergelten; der mit dem Flucl) der Gottheit denjenigen bedroht, der die Kleidung eines armen Unglücklichen über Nacht bei jich zurück hält, und seinem Volke einscharft, daß wir alle Kinder eines einzigen Vaters sind. Es leidet eben so wenig einen Widerspruch» daß der vorgebliche Haß der Juden gegen andere Nationen nur gegen