Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 6 H. (1808)
- Article
- Französische Literatur
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 384 (sequence 3)
- Language
- German
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384 — Die Untersuchung dieses Gegenstandes aber darf nur In Rücksicht der Moral, der Gerechtigkeit und der Politik geschehen, und es wird sich bald darthun, daß eben die Ausschließung der Juden von den Bürgerrechten diesen drei Hauptstützen eines Staats geradcsweges widerspreche. Sic ist unmoralisch, weil eine Regierung, in welcher Form sie auch bestehen mag, keinem ihrer Einwohner den nämlichen Grad von Schutz und Gerechtigkeit vorenthaltcn darf, so bald er sich dazu versteht, alle gesellige Verträge, die nur allein im Stande sind, dein Staate seine gesetzmäßige Aufrechthaltung zu verschaffen, aufs genaueste zu erfüllen; denn keine Religion stimmt ihren Gebräuchen kann hier als Hindcrniß einer politischen und bürgerlichen Existenz angesehen werden; es nmßte denn die Rebe von einer solchen seyn, die schnurstracks gegen jedes sittliche Gefühl, gegen die allgemeine Ruhe des gesellschaftlichen Lebens zu handeln gebietet: als die Religion gewisser Heiden, d>e ihren Gottheiten Menschenopfer zu bringen befahl. Ich sage ferner, diese Ausschließung fcy ungerecht, weil die Laster, die man den meisten Juden nicht ohne Grund zum Vorwurf macht, nicht wie ihre Widersacher meinen, schon ursprünglich mit in ihrem Charakter verwebt» sondern die unvermeidlichen unausbleiblichen Folgen einer schmählichen Dienstbarkeit und Erniedrigung sind, in welcher sie schon so lange schmachteten, und es wird niemand in Abrede seyn, daß eben die nämlichen Laster durch Tugenden ausgewogen werden, die sie sich nur allein zu verdanken haben, und die ihnen ihre bittersten Feinde nicht absprechen können. Endlich in Rücksicht, der Politik habe ich nur^noch hinzuzufügen, daß sich die Israeliten in