Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 6 H. (1808)
- Article
- Über die Verbesserung des Judenthums
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 375 (sequence 15)
- Language
- German
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375 JV. Zu dieser Verbesserung iss kein Zwang anzuwcnden nöthig ober rathsam, da doch der durchaus orthodoxe Jude die erwähnten Bedingungen nicht cingchcn möchte, die Aufgeklärte» hingegen sic. dankbar annchmeu werden: nur mochte von Seiten des Staats die cinzigr Dorsichtsniaaßrcgcl anzuwcnden nörhig styn, diese jüdischen Bürger, insofern sie noch in Familien oder andern Verbindungen mit den übrigen standen, vor Schimpf, Verachtung und Schaden zu sichern. Dadurch würde der Staat einen ziemlichen und wahrscheinlich den bessern Theil der Nation beglücken, und der Menschheit wohlrhatig werden. Höchstwahrscheinlich wird sich dieser Theil, besonders in den nächsten Generationen immer mehr und mehr vcrgrößem rc. -r- Wie ist aber den zurückbkcibendm Juden zu helfen, sic in etwas zu verbessern und dem Elende zu entreißen? Dieses ist die Beantwortung auf Frage V. Demjenigen Theil der Juden, der sich nicht unbedingt jeder Bürgerpflicht unterziehet, kann zwar dem Staate unbeschadet kein Bürgerrecht zugcstanden werden; dennoch aber ists Pflicht des Staates , auch für ihn väterlich aus Mitleid zu sorgen, ihn nicht daS Opfer seines Wahns werden, zu lassen , und auch dieser wird mit der Zeit zu nützlichen Menschen gebildet werden. Man betrachte ihn als Kranken, der sich weigert, des Arztes Hülfe anzunehmen. Der kluge und menschenfreundliche Arzt versucht iu solchen Fallen gewi^alles, dem Kranken einige . Hülfe, durch Ueberredung, etuch im Nothfall durch Aa- ' Wendung einiger Gewalt zu verschaffen.