Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 6 H. (1808)
- Article
- Über die Verbesserung des Judenthums
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 369 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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569 mehr, der Staat nimmt sie von ihm nicht an, und lcisictc er auch alles, was ist siine Hoffnung? Belohnt darf er nicht werden, dicß leidet der vorurthcilsvolle Pobcl nicht; avanciren z. B. würde der Jude nicht, wenn er auch eine Schlacht allein gewänne : denn unter dem jüdischen Offizier würde niemand dienen wollen. Man glaubt sich auch zu keiner Belohnung verbunden, der Geduldete muß alles thun, ohne auch nur Dank zu arndtcn! *) Freilich kann der verhaßte Name Geduldeter, nicht gcrechtfcrtigct werden. Der Mensch duldet den Menschen : das heißt, er laßt ihm das Leben. Obgleich dicß nur Sinncsvcrwcchslung ist, daß man unter Duldung der jüdischen Religion, Duldung der Juden verstehet» so ist doch diese Sinnesverwechslung allgemein , und die Behandlung darnach oft so passmd, daß der Jude sich nur geduldet fühlt. Ware der Jude als Mensch geachtet, man würde langst seine Besserung beabsichtiget und erreicht haben, und wahrlich, dicß verdimcn die Juden als Juden weit eher, als wenn sic glle an Einem Tage zum Chrisieitthnme Übergängen. r.tl D) Der Jude ist in Gesellschaft der Christen iinmer in peinlicher Verlegenheit; jeder Handwcrkspursche kann ihn mit der bloßen Benennung Jude! beschimpfen -) Mit freudigem Gefühle richtet jetzt der Jude seinen Dank gen .Himmel, für die Verbesserung seines Schicksals in den Staaten, wo man zeieher das Beispiel des Kaisers Joseph II., des Kaisers Napoleon und des Kaisers Alexander befolgte. Der Herausgeber.