Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 6 H. (1808)
- Article
- Über die Verbesserung des Judenthums
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 367 (sequence 7)
- Language
- German
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Z6? thun: lacht gewonnen , leicht 'zerronnen! sagt das alte Sprüchworr. Fast jeder Handelsmann, den das Glück eine Zeillang begünstiget, wird übcrmürhig und vcrstl)wendcrisch, und viele gehen schon dadurch zu Grunde, wenn sie einiges Unglück erleiden müssen, oder ihr Glück nicht fortdaucrt. Nur der Handwerker oder besoldete Staatsdicner pflegt seine Lebensart nach seinem Erwerb oder seiner Besoldung cinzurichten. Der Jude muß noch aus andern Gründe» freigebig scyn , nämlich um sich die zu seinem Gewerbe nörhigen Bekanntschaften und Zutritte bei Herrschaften rc. zu verschaffen, und von jedem der gemeinen Gattung, wen» nicht Achtung, doch kleine Auftiierksamkeiten zu erkaufen; was der Ehrist vom Handwerker, Bedienten und Hausknecht befehlend fordert, das muß der Jude schmeichlcnd und durch Geschenke erlangen rc. Daß aber der Jude eher verarmt, ist sehr natürlich, weil er fortdaurcnd ungleich stärkere Summen aufbringen muß. Seine Kinder können nicht Handwerker, nicht Künstler, weder Soldaten noch Juristen werde», er muß sie ernähren und versorgen; und was hat der Jude nicht für Abgaben, Cchutzgcldcr, Zölle rc. der Obrigkeit, und wie viele noch beträchtlichere zur jüdische:; Gemeinde zu entrichten? Unter allen Nationen wird wohl keine nur den fünften Tbeil Abgaben, oder milde Spendungen entrichten, als die jüdische; der ärmste Bettler unter dieser gicbt bei gewissen Gelegenheiten selbst Allmoscn. Nun bedenke man noch die thcnre Lebensart desselben in religiöser Hinsicht; viele Dictualien muß er thcurcr, als der Christ zahlen; er muß