Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1808)
- Article
- Über Literatur der Israeliten in den kaiserl. österreichischen Staaten im letzen Decenio des achtzehnten Jahrhunderts
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 345 (sequence 4)
- Language
- German
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345 Dornrtheile ganz auszmveichcn, weil man sie sonst ganz bei ihrer alten Verfassung lasse» müßte. Diese Rüge, sic wag noch so sanft, nnd in was immer für einer Ein« klcidung vorgctragcn werden, wird von einigen Individuen dieser Klasse, deren Eigennutz bei der etwa zur Realität gedeihende» Verbesserung Abbruch leiden würde, der übri» gen Partei durch das konvexe Glas und ans einem schiefen Gesichtspunkte gezeigt. Tritt nun auch der Fall ein, daß diese Eigennützigen ihren Protcsiationen einen religiösen Bezug, er mag übrigens ans den Wolken gegriffen scyn, zu geben im Stande sind , so haben sie gewonnenes Spiel. Der Reformator mag sich dann zu Tode dcmonstriren, so bemühet er sich nur, Mohren weiß zu waschen, und kann -herzlich froh seyn, wenn es ihm gelingt, auch unverrichteter Cache mir heiler Haut durchzukommcn. Dieser Fall ist bei der israelitischen Nation um so unausweichlicher, da jeder, welcher der Cophisiik sich bedienen will, bei jeder vorzunehmcnden Verbesserung, wenn sie auch ans die Religion nicht den entfcrntcstcn Bezug hat, dem gemeinen Volke, das von seiner eigenen wesentlichen Religio« leider so wenig Begriff hat, einen Eingriff, wo nicht in ihre Religion, doch in ihre angccrbtcn Gebrauche, die dem Pöbel für baare Religion gelten, vorzuspiegcln vermag. So hat vor einiger Zeit bei Erscheinung einer für Kinder geschriebenen biblischen Geschichte ein (setzt bereits verstorbener) Rabbi in Prag seinem College» auf dem Lande die Desorgniß in einem Sendschreiben mirgcrheilt: „daß „da diese Geschichte in einem guten hebräischen Style und „genau nach grammatischen Regel» dieser Sprache abge- „faßt und in Kapitel cingctheilt ist, es z« besorgen stehe,