Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1808)
- Article
- Über Literatur der Israeliten in den kaiserl. österreichischen Staaten im letzen Decenio des achtzehnten Jahrhunderts
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 346 (sequence 5)
- Language
- German
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346 „daß nran dieses Merkchen etwa mit der Zeit für kanonisch „erklären, und dasselbe einst die mosaischen Schriften ganz „und gar verdrängen würde"!!! — Dieses ist nun der Fall, wenn der aufgeklärt und patriotisch denkende 2staelitc seine Gedanken hebräisch, oder um sie allgemeiner;u machen, zwar in deutscher Sprache, aber mit jüdischen Cchriftzügen abdrucken laßt. Noch arger aber ist der Verfasser daran, wenn er es wagt, seine Schrift sogar mit deutschen Lettern abdrucken zu lassen. Da wird Hiinmel und Holle ausgeboten, um Schrift und Verfasser zu verdammen. Man wirst dem Verfasser vor, daß er aus der Schule geschwatzt; man malt Lei» Volke Besorgnisse verschiedener Art mit den schwärzesten Farben vor, und cs stürzen Schwarme von Bigotten und libcrtincn Hornissen von allen Seiten über den armen Mann so mächtig her, daß sie das weitere Schreiben ihm sicher verleiden. Auch von Seiten der Buchdrucker werden demjenigen, der zur Bildung seiner Nation sein Scharflcin in hebräischer oder in deutscher Sprache mit jüdischen Cchriftzügen gedruckt bcizutragcn wünscht, unübersieigliche Hindernisse in den Weg gelegt. 2» den weitlauftigcn Staaten der österreichischen Monarchie bestehen, so viel Referenten bckannt ist, nicht mehr als fünf jüdische Duchdruckereien, und zwar zwei in Wien, eine in Brünn *), eine in Prag und eine zu Zolkiew in Galizien. Diese Druckereien *> Die wegen Zahlungsunfähigkeit ibrcs Inhabers mssrida verfalle», und bereits mehrere Jabre außer Thärigkcit ist.