Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1808)
- Article
- Französische Literatur
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 330 (sequence 11)
- Language
- German
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33° sicrung ihres Tempels zerstreuet wurde, verschwand ganzkich. Bei dem Scheine der Flammen, die dieses Denkmal ihrer alten Pracht verschlangen, sahen die Sieger Mlllione» von Schlachtopfer» auf seinen Trümmern hingrstreckt. Der Haß der Feinde dieser unglücklichen Nation konnte nicht mit dem Feuer, das ihren Tempel verzehrte, crlöschcn. In allen Winkeln der Erde verbreitet, wurde sie nllenthalb.n verfolgt, allenthalben gedruckt. Ihre Derfeiger weideten sich z» sehr an ihren Martern, um ihre g.-iizliche Vertilgung zu beschließen, um ihrem elenden Daseyn auf einmal ein Ende zu machen. Cie schienen sie »inr deshalb die Zcrnichtung ihres Vaterlandes überleben lassen zu wollen, um ihnen falsche Beschuldigungen, vcrhaßte Verleumdungen anzudichtcn, sic mit allem, was die Ungerechtigkeit Empörendes haben konnte, mit der schmählichsten Verachtung, mit dem bittersten Haß zu belasten, um sie mit dem allen anzuschwarzcn, was die Bosheit der Menschen, niit Unwissenheit und Schwärmerei vereinigt, Abscheuliches und Blutiges erfinden konnte. Mit Auflagen beschwert »nd gezwungen» mehr als die Christen selbst zu den Kosten der bürgerlichen Gesell« schaft beizntragen, gcnoßcn sic fast keines von den Rechten, die sie jedem gewahrt. Wüthete eine verderbliche Plage unter dem Volke eines Staates: so niußtcn die Juden die Brunnen vergiftet haben: oder (welch sonderbarer Wider« spruch l) man gab diesen nach ihrer-Meinung von Sott verstoßenen Menschen Schuld, daß sic durch ihre Gebete den Himmel gegen die Nation «rzürnt haben, die sie hassen