Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1808)
- Article
- Französische Literatur
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 331 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2304627-2304649-2304650-10856915-2315431--01624-2315861- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
mußten. Fehlte es dem Landes Herrn an Geld, um angt« fangcne Kriege mit gutem Erfolge zu führen, ihren königlichcn odcr bischöflichen Ehrgcitz zu befriedigen: so mußte» die Juden ihre Rcichrhümer hcrgcben, womit sie sich für die ihnen angethane Verachtung schadlos halten woll« tc». Und znm Lohne ihrer ׳Aufopferungen verjagte matt sie aus einem Sraale, den sie unterstützen halfen: man berief sie zuweilen auch wieder zurück, um sic von neuem zu plündern. Schon durch den Zwang, an ihren äußern Kleidungsstücken gewisse Abzeichen ihrer Niedrigkeit zu tragen, waren sie dem beleidigendsten Spott deö gemeinste« Pöbels ausgefttzt. Damals als ein fanatischer Einsiedler aus seiner dunklen Höhle erstand» den europäischen Völkern die Kreuzzüge predigte, und ein Thcil der Einwohner sein Vaterland verließ, um die Ebenen von Palästina mit feinem Blute zu begießen, da ging erst die Todtenglocke der Sturmglocke vor. , Das Blut von einer Million erfchlagcncr Juden mußte erst die fromme Wuth der Kreuzfahrer kühlen; sie aber suchten sich die Gnade des Himmcls dadurch zu verdienen, daß sie mir wohlgefälliger Lust die Eingeweide ihrer Brüder zerfleischten, -Der Gott, der nicht zugcbcn wollte, daß das Blut unschuldiger Schaaf« auf seinen Altären fließen sollte,. mußte sehen, wie Menschcnschadcl, noch zitternde Herzen von Weibern und Kmdem statt Drandopfer dienten, wobei die Priester der friedlichen Religion ein heiliges Entzücken durchschauerte. So waren Base!, Trier, Koblenz und Cölln Zeuge solcher Hinmctzlungen von Menschen, und mehr als 402000 Schlacht-