Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1808)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 312 (sequence 6)
- Language
- German
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912 fen lassen, mit wülhendcr Grausamkeit ermordet. Besonders wülkcten die Kreuzfahrer schrecklich in Maynz, Cölln, Speicr, Worms r München uuC» Rcgcuoburg. Im istcu Jahrhundert vermochte ein Mönch, Namens Rudolph, viele tausend Menschen zur Unternehmung eines Krcuzzugcs und ward der Anstifter der vielfachen Grenellhalen, welche seine Retten auf ihrem Heereszuge gegen die Juden verübten. Jnr iztcn Jahrh. geschah eine schauderhafte Verfolgung und Ermordung der Juden in ganz Baicrn, und im i^ten Iahrh. verbreitete sich biefe fiter fast alle Theile von Deutschland. Nicht ohne Thranen kann man das blutige Gemälde jener Zeit betrachten. Von allen Orten vertrieben, allenthalben mit Feuer und Schwert verfolgt, irrten die traurigen Ueberreste dieser Nation unstatt und flüchtig, ohne Schutz und Heimath umher, ein Gegenstand des allgcnreinen Hasses und der Verachtung. Doch finden wir auch, daß sie sich den Herzogen Ulrich und Eberhard von Würremberg mit gewaffnerer Hand widerfttzten und Landsknechte in ihrem Solde hatten. Diese heftigen Verfolgungen dauerten mit kleinen Unrerbrechungen bis in die Mitte des isten Jahrhunderts fort. Doch nahmen sich bisweilen nicht nur die Kaiser, sondern auch der große Dund der Reichsstädte der Juden an, und schützten sie gegen gewaltsame Bedrückungen und gegen die Angriffe und Plünderungen auf der öffentlichen Landstraße. Eins der letzten Beispiele einer allgemeimn, heftigen Judenverfolgung finden wir im Jahre 145z in Schlesien, veranlaßt durch die Aufwiegelungen eines nach seinem Tode kanenisirten Franziskanermenchs Jo-