Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 4 H. (1808)
- Article
- Rede
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 4)
- Language
- German
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liebt , Den wir alle wie Kinder ihren Vater lieben und verehren, hat nun Sein fünfzigstes Rcgicrungsjahr vollendet; das ganze Land segnet diese hohe und festliche Zeit, jeder Einwohner, vom Vornehmsten bis zum Geringsten, ward von dem seligen Gefühle hingerissen, mir seinem guten Landesvatcr diesen für uns so wichtigen Tag zu feiern, und dein Schöpfer alles Guten ein Opfer des innigsten und reinsten Dankes darzubr ngen. Wir sichen am Rande dieser Jahre; gleich einem Wandrer, der eine lange Reise zurückgclcgt har, und mit rührender Empfindung jedes ihm wicderfahrcne Ereigniß noch einmal in seine Seele znrückrufk, blicken auch wir hin in diesen verflossenen Zeitraum, der in das Meer der Ewigkeit hingcstromt ist. Wir überschauen die mancherlei Ereignisse und Zufall:, die aus dem Behältnisse der Zeit für uns hcrvorgegangcn sind. Ein seltsames Gefühl durchsirömt unser Innerstes beim Hinschauen in diese Vergangenheit. Wir entdecken in derselben ein buntes Gewebe von Glück und Unglück; ein sonderbarer Wechsel von freudigen und traurigen Auftritten stellt sich, unsrer Seele dar. Mit frohen, hcrzerhcbrndcn Gefühlen heften wir den Blick auf so manche glückliche und freudige Begebenheit; aber mit schauderhafter, schmcrzerrcgcndcr Erinnerung denken wir auch an die traurigen Ereignisse zurück, die das Schicksal zuweilen über rrns verhängte. Wie viele von den unsrigcn sind nicht wahrend dieser 50 Jahre Hinübcrzcschlummcrt in das Reich der Seligen. Von wie manchen Drangsalcn und harten Leiden wurden wir nicht in dieser langen Zeit hcimgcsucht; wie oft haben nicht Krieg, Theurnng,