Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 4 H. (1808)
- Article
- Über Aufklärung und Aufklärer
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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224 nnb diejenige Denkart, durch welche der Mensch die Deziehung aller endlichen Dinge, so wie seine eigene mit dem ganzen All der Schöpfung ausdrückt, mit dem er sich eng verbunden suhlt; sie bedeutet uns ein deutliches Ahnden des Allerheiligsicn, des Unsichtbaren, des Unbegreiflichen, der nicht gefaßt, nur empfunden, nur gefühlt werden kann. Daher ist der Sitz der achten Religion in dem Herzen des Irdischen, in seinem Innern; denn sichtbare Zeichen können das Unsichtbare niemals verkünden- Fühlen nur können wir den Unendlichen, glauben, und nicht schauen: Mich schauet kein Erdensohn, der da lebt. Wohl dem, der sich nie von dem Gedanken trennt: er lebe unter der Leitung des gütigsten, des allwciscsten Vaters aller Wesen, er scy sicher unter seinem Schutze und gehöre ihm zu, wie ein Kind dem Vater und der Diener dem Herrn; wohl dem, der glücklich lebt in diestm beseligenden Glauben; er hat Religion in dem schönsten heiligsten Sinne des viclumfassendcn Wortes. — Doch was soll den Schwachen, den Sohn des Staubes mahnen an diesen geistigen Glauben? Werden nicht nur zu oft Begierden und Leidenschaften die Stimme der Vernunft in Stunden des Ucbcrmuths zu ersticken suchen. — Geist und Hülle ist der Mensch , und so muß denn auch die Religion seyn, sie, die für ihn und für keine höheren Wesen ist. Religionscercmonien sind die Hülle, in der der Geist ruht, unzertrennlich ruht. „Gebrauche, müssen an Pflichten erinnern, die Erfüllung derselben erleichtern und an diese gewöhnen. Ceremonien müssen durch ihre Schönheit, durch ihren Schmuck, wie