Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 4 H. (1808)
- Article
- Über Aufklärung und Aufklärer
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 222 (sequence 6)
- Language
- German
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S22 hältniß, in dem teiluns zu dem Unsichtbaren befinden und zu denen, die mit uns Einen Ursprung, einerlei Vorzüge und Bestimmung Huben; sic gicbt uns den wahren Gesichtspunkt an., aus dem wir die Pflichten betrachten muffen, die ans diesem Verhältnisse entspringen; sic lehrt uns, daß seinem Ncbenmenschen dienen auch Gott dienen, ihn lieben auch Gott lieben heiße; sie lehrt uns, daß der reine, achte Glaube am Seile der Li-.be diejenigen leite» die sich gutwillig in seine Arnie wcrsen, und kein Rachschwerdt gegen diejenigen ziehe, die einen andern Gott, als den, den er lehrt, in ihrem Innern tragen; sic lebrr uns, daß wir liberal denken und human handeln und keinen von uns sioßcn müssen, der anders denkt, der anders glaubt als wir, sondern dem Schöpfer nachzuahmen, der mit dem ewigen Bande der Liebe das ganze Heer der Wesen umftl)lingt und halt; sic belehrt uns endlich über die Kürze unseres Dascyns, zugleich aber» daß unser künfrigcs Lcbenanir dem gegenwärtigen in der cngsien Verbindung siche, daß cs eine Folge desselben scy, daß der Grad der Vollkommenheit, den wir hier erreicht haben, den Grad de: Vollkommenheit bestimme, dessen wir dort fähig sind, und daß es daher ganz einerlei scy, für. das zeitliche und ewige Wohl Sorge tragen. Zn diesem reihenden Gewandt erscheint die Königin des Lichtes, die religiöse Aufklärung, jedem gesunden Auge, und doch sollte irgend einer so herzlos seyn können, ihr seine Huldigring zu versagen, so mit Sodoms Blindheit geschlagen seyn, um den großen Einfluß nicht einzusehcn, den sie auf das Wohl aller Staaten, auf das Wob! der ganzen Mensch»