Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1808)
- Article
- Die Stimme der Menschheit
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 3)
- Language
- German
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-99 Buch des Schicksals nach vollbrachter That; fallr der Edle selbst, jum Lohne seines Eifers seinen Bruder zu retten: » dann umhüllet ein düsterer Nebel unfern Geist, der an' den weisen Absichten des Allwescns zu zweifeln anfängt, sie zu verkennen scheint, dann sind die hellschimmernden Strahlen der Vernunft, die uns sonst auf dunkler Lebensbahn als wohltharigc Lichter vorznleuchtcn pflegten, allein nicht im Stande, den vcrhangnißvollcn Schleier zu durchdringcn: und trostlos, wie der verlassene Wanderer in der Wüste, würden wir dasichen, und uns vergebens nach-ei» ncm Führer umfthcn. Da erscheinest denn du uns, Religion l in deinem milden Glanze, du himmlisch geborne Tochter,- die du zur Rechten des ewigen Vaters thronest» der dich' zur Trösterin, zur Retterin, zur Stärkerin der leidenden,- der schwachen Menschheit schuf, der von seiner strahlenden Seite dich entsendet, wenn ein Hülfsbedürftigcr mit gen ' Himmel gewandten Augen dich zuin Irdischen ruft, wo du - durch mildheilcndc Worte seiner Diener Balsam intief geschlagene Wunden träufeln laßt, wo du dem reuigen Sünder silbst durch bewegliches Zureden den scharfen Stachel des Scwisscns mildern hilfst, daß er, durch deine Verheißung eines gnadenreichen Gottes gestärkt, den bittern Kelch des Todes leeret. ' v: , Wer würde ohne deinen freundlichen Beistand die Lasten des Lebens dis zu seinem Ziele geduldig, ohne Murren ertragen? Wer würde in der langen Reife auf dem" stürmischen Meere der Leidenschaften seinen Nachen unbe« fahrdet» ohne von leinen gewaltigen Wegen verschlungen zu werden, aufrecht halten können, wenn du, weist Leite-'