Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1808)
- Article
- Die Stimme der Menschheit
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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19S brachtes vergegenwärtigen, ihm dünkt es, er wiederhole seine eigne Tharcn, und er findet sich selbst in Andern wieder. Wenn die schonen Gefühls die wir uns bei dem Wohl-! thun oder seinem Austhauen entweder durch muthige Entbehrungen oder durch Anstrengungen erkauft Huben, so süß, so crguickcnd sind; wenn uns die Gottheit so für Vcrgang. i lichkcitcn lohnt, die uns ein Zufall entrücken und wieder schenken kann: wie bcsiligend, wie erhaben muß der Ec- 'j danke scyn, den uns das Dewußtscyn cingicbt, mir dem Theuersten im Leben, mit dem Leben selbst, die dießseilig: Fortdauer seines Mitmenschen bewirkt zu haben, ihm ein zweiter Schöpfer geworden zu seyn, ihm ein zweites Dascyn gegeben zu haben. Bei solch einem Anblick wird auch der gleichgültigste Zweifler zur Bewunderung hingerissen; der Glaube an Tugend und Menschheit erwacht unwillkührlich in ihm, er wird gebessert, er wird ein anderer, ein besserer Mensch. Der Menschenfreund aber, der sich allen sanften Eindrücken willig hingicbt, gerarh in Entzücken» fühlt sich begeistert; die himmlischen Töne der Liebe, der Thcilnahme, stimmt ihrem lieblichen Gefolge rührender Empfindungen k'mgcn in seiner Brust wieder, er beneidet den Retter, wünscht sich selbst in seine Stelle, und glaubt bei solche» Vorbildern noch nicht genug für Menschenglück gerhan zu haben. .■ " f Dieß sind nun die schönen Gefühle, die uns auch | schon: beim Beschauen gelungener menschenfreundlicher f . Werke durchströmcn; doch scheir wir die Schlußscene die- § ses Lebens sich dabei durch ein Opfer seiner Selbst an das | selige Beginnen des ütünftigcn knüpfen, schließt sich das