Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 2 H. (1808)
- Article
- Neue Bemerkungen über die Juden, insbesondere über die Amsterdamer und Frankfurter Juden
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 10)
- Language
- German
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$9 so ist cs nicht minder gewiß, daß Gesetze gegen Meinungen oft gar ni6)ts vermögen. Jene können nur den Eingriffen in die bürgerlichen Rechte Vorbeugen und sie bestrafen; hingegen aber Feindseligkeiten und Vorurtheile vertilgen zn wollen, das kan» nur durch anschmiegendes Benehmen und gefällige Belehrungen allmahlig bewirkt werden. Durch diese Mittel allein werden die ungünstigen Meinungen der Einwohner Frankfurts gegen die Juden Nachlassen und endlich gar verschwinden. Die Regierung wird gewiß die» sen doppelten Gesichtspunkt nicht aus den Augen lassen, und so viel an ihr liegt, unter die Gewalt derEesetze bringen, in einer Stadt, wo die Kinder Moses Opfer gewisser Verordnungen sind, die eine Scheidewand zwischen ihnen und andern Bürgern ziehen müssen. Hier nur einige dieser toleranten Verordnungen *). Es wird zum Beispiel keinem Juden gestattet, seine Woh» nung aus der Judengasse, einer Art Ghetto **), in eine andere zu verlegen, ohne eine besondere Erlanbniß, die er mit einer, genauen Angabe aller Personen, die seine Familie enthalt, alle sechs Monate erneuern muff. Es darf keiner Waarenlager in einer andern, als in gewissen unbcsuchten und noch dazu von der Obrigkeit ihm angewiesenen Straßen aufschlagcn, auch sogar in diesen Straßen selbst wird ihucn nicht einmal erlaubt, weder den *) Man erinnere sich , tasi dieser Aufsatz vor dem Erscheinen der neuen Schutz - und StärtigkeitS- Ordnung verfaßt wurdc. . Anm. d. UebersctzcrS. . *°) Eine Art schmutziger Strassen in Venedig und Rom, wo die Juden sonst zu wohne« gezwungen waren.