Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 5 H. (1807)
- Article
- Briefe an ein achtungswürdiges Frauenzimmer jüdischer Religion
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 341 (sequence 4)
- Language
- German
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341 sprach für das Gute laut, war nicht zum Bösen stumm; Gerechtigkeit war nicht ein Wartgepränge mmt war an Strafen arm, und im Belohnen strenge. Denn hier Hatte anchdas Herz eine sehr gültige Stimmte und nicht der Verstand allein; jenes wurde zuerst gebildet, ohne hernach diesem Abbruch zu thun. Co war ihr Leben göttlich und rein , und heiter der Himmel, der über ihrem Haupte schwebte; auf ihrer Stirne glanzte Heiterkeit und Ruhe wohnte in Der Seele. Was sie dachten und thatcn, floß aus ungetrübter Quell«, aus der Quelle himmlischer Religion, die nur allein das nährende Element war, in dem sie lebten und handelten, und lächelnd selbst im Tode noch» schliefen sie ein mit dem Gedanken: Wir gehen in die Wohnungen des Friedens zu unfern Vätern! So viel für jetzt und nun zur Geschichte: Dem Ramm nach kennen Sie ihn, den rinzigm, de» geliebten Sohn des frömmsten Greises, Isaak, dessen Namen an die Freude mahnt, welche die neunzigjährig» Erzeugerin empfand, als sie das cheure Kind an ihren Busen drückte. Auch seinen Charakter sollen Sie kennen lernen und seine Eattinn. Doch vorher, meine Freundin! merken Sie sich dieses. In den heiligen Schriften finde» wir nicht das geringste von der Art und Weife, den Grundsätzen und Maximen, nach welchen die frommen Urväter ihre Kinder zu Menschen gebildet, zur Religion erzogen haben, weil — sie gerade den rechten Weg einschlugen, und weder durch theologische,' noch moralische Belehrungen den jungen Weltbürger zu einem Bürger des Himmels machen wollten; sondern durch das lebendige Anschauen, durch ihr Vorbild dm Same» der himm-