Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 5 H. (1807)
- Article
- Briefe an ein achtungswürdiges Frauenzimmer jüdischer Religion
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 340 (sequence 3)
- Language
- German
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340 , ~~~~ Her; für das Gute, Schöne und Wahre zu öffnen. Im großen Garten der Natur ward er erzogen, der fröhliche Adamssch», und sie, die gütige Mutter, war seine Pflegerin , an deren Brust er die süßeste Nahrung genoß; seine Erzieherin, die ihn lehrte, die ganze Welt, vom reichen Segen angefüllt, als eine große Familie des Allvaters anznsehen, des Allvaters, der ihr Freund und Bruder ward. O welch ein Herz, rufe ich mit einem innig Vertrauten der Geschichte der Menschheit» welch ein Herz mußte sich da bilden! Groß und heiter wie die Natur! wie sie im ganzen Gange still und mukhig"! Und heilig! setze ich hinzu. Denn sic war seine Führcrin, die angebctcte Gottcstochtcr, die ihn lehrte offen und frei zu handeln ohne Falsch im Munde, ohne Tücke im Busen! die ihn lehrte über alles die Tugend ehren und ihre Verehrer, das Lasier scheuen und die, die ihm stöhnen; die ihn lehrte, dem Allgewaltigen sich gutwillig zu ergeben, und dem von ihm verhängten ewigen Schicksale sich unterwerfend das Knie zu beugen *). ' Und wahrlich! sie waren gelehrig, diese Schüler, die solchen Unterricht genossen, gelehrig und gebildet, ohne auch nur einen Schatten von unseren Wissenschaften zu haben. Man suchte nicht — ich wende hier die Worte eines deutschen Dichters an — - ~ Man suchte nicht die Tugend in Grimassen, in Heucklerkunst und Trug nicht seinen Ruhm; Die Unschuld worein stilles Heiligthum, und Hochvcrrath sie unbcfchützt zu lassen , man wußte nicht nach Kunst zu lieben und zu hasse«; ' sprach *) Das Buch der Bücher liefert hierzu mehrere Belege.