Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 5 H. (1807)
- Article
- Etwas über das Leben und den Charakter des Kaisers Titus; oder: der Widerspruch in den Traditionen
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 289 (sequence 9)
- Language
- German
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1 . | Hiezu kommt noch, daß gerade diese Zeit so roh, so Loa . l aller wisienichaftlichen Kultur entfernt war,' daß die Jnj. j den ihren Mirbrüdcrn, den Christen in Nichts nachsiandcn, i;wenn sie Fabeln für sticschich.e hielten: vielleicht-hatten! i?sie einen Vorsprung vor ihnen, da die letzten größtenj il t h e i l s damals des Lesens und Schreibens unknndig wai N reu, und jene doch in Besitz beider Künste gewesen zu ftyn iH scheinen." , - ' "• - ■ Iji» „Also als Beitrag zur Weltgeschichte kann ich sie nicht i i, betrachten; wohl aber als Beitrag zur Geschichte derMenschheit. Denn hier kommt es nicht mehr auf Wahrheit an, \{i Wahrheit in dem Sinne, daß das Dorgcstellte und Ge» \k glaubte mit den Thatsachen übercinstimmt; sondern jeder :|f Zug, der uns in dem Menschen zu einer gewissen Zeit eine ' d neue Falte entwickelt, liefert uns einen bedeutenden Umriß zur Entwersiing dieses großen Gemäldes. Auf welcher iH Stufe der Kultur müssen die damaligen Juden gestanden haben, auf welcher Stufe müssen die jetzigen Juden noch sichen, die dergleichen Mährchcn für Wahrheit halten und i|j sie mit inniger Rührung lesen. Hierbei kann ich ans.eig» Ijp ncr Cwfahrung urthcilcn; ich war bis zu Meinem I4tm M Jahre im höchsten Grad ReligioNs» Schwärmer, las in meinem 9'tm diese Fabeln im Talmud mit so inniger Thcil» D nähme, daß ich jetzt, wo ich mich derselbe«, nur nochdun» ||. fei erinnerte, und Eie mit mir von ihnen sprachen, vor dem nochmaligen Lesen in dein Wahne stand, sie enthielten || wirklich etwas, das als Beitrag zur Geschichte betrachtet werden könnte. So mächtig wirkt auf den Menschen di» Parteilichkeit für eine Sache. Nimmt man noch, daß der Talmud in einem Gemisch vom Hebräischen, Chaldaischen und