Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 5 H. (1807)
- Article
- Etwas über das Leben und den Charakter des Kaisers Titus; oder: der Widerspruch in den Traditionen
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 283 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2304627-2304646-2304648-10856502-2314806--01013-2315181- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
s!!! <4 ii -zu t - iiU 'l ■& el 3-? h u '<* 3 U ilS & I .??-3 I BZ 41 W -- ' . 2$S seyn scheint, so zeigt sich doch die außerordentliche Kluft zwischen den verschiedenen Menschenkindern unter dem großen Haufen, im gemeinen Volke. Man komme in die Kaffeehäuser, man lese nur die von Berlins Pressen wider unsherauskommendcn Schriften, und man würde sich von dieser Wahrheit überzeugen. Doch, hinweg mit dieser Betrach, tung! sie isi zu nicdcrbcugend; und waren auch — wie der Prophet sagt — unsere Augen eine unversiegbare Thrancnquelle, wir konnten unfern Fall nicht genug beweinen. Ich komme zu dem eigentlichen Gegenstände des gegenwargen Aufsatzes, nämlich, die Widersprüche aufznzählen, die zwischen dem Talmud und der Weltgeschichte in' den Nachrichten von dem Leben und dem Charakter deS Kaisers Titus obwalten, und ihnen einige Bemerkungen beizufügen. - . ' Der Talmud, — als Sammler der mündlichen Traditionen von dem unglücklichen Volk, das selbst Zeuge aller schrecklichen Semen des letzten jüdischen Krieges und der Zerstörung Jerusalems durch Titus war — findet in diesen Nachrichten an der Weltgeschichte eine widersprechende Gegnerin. Die Geschichte liefert uns in der Biographie dieses großen Kaisers ein Muster menschlicher Tugend und rin Beispiel eines huldreichen, fanftmüthigen und überaus gerechten und weisen Regenten; der Talmud hingegen stellt in eben diesem Maaße, diesen Stolz der Menschheit in dm schwärzesten Farben dar. Jene kann die Großmuth, wehche Titus selbst gegen i seine gefährlichsten Feinde bezeigtt, nicht genug bewundern; dieser schildert ihn als ein grau» senvolles Schreckbild, als eine Geißel der Menschheit, ja «ls einen blutgierigen Wütherich, der in seiner Wuth selbst —% s': ’ / dir