Mannheim
Compact Memory

Sulamith · 1807-01-01 · 2. Bd 5 H. (1807) · p. Seite 284

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Erster Jahrgang 1806-1807
Issue
2. Bd 5 H. (1807)
Article
Etwas über das Leben und den Charakter des Kaisers Titus; oder: der Widerspruch in den Traditionen
Date
1807-01-01
Page
Seite 284 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2304627-2304646-2304648-10856502-2314806--01014-2315182
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

284 die Gottheit nicht unangefochten ließ. Der Talmud (Tractat. Gitin, -Abschn. 5. Fol. 55 — 56) erzählt: Der Rabbi Johanan, Sohn Eak ai's, habe sich durch Lisi aus den fest verschlossenen Thoren Jerusalems einen Weg nach dem römischen Lager zu verschaffen gewußt; dort habe er dem Dcspasianus (dem Vater des Titus, der damals die Belagerung Jerusalems befehligte) die friedliche Gesinnung der Rabbincn, der Priester und fast des ganzen Volks bis auf die einigen kricgliebenden Tyrancn» die es in Fesseln hielten, vorgcstcllt. Titus, der sich von der Wahrheit alles dessen überzeugte, habe aber nach der .Eroberung Jerusalems weiter keine Rücksicht darauf genommen, als daß er diesen Rabbi und einige wenige seiner Freunde begnadigte. Die Geschichte erwähnt von allem diesen kein Wort; vielmehr, sagt sie, hat Titus an die Inden alle mögliche Friedensvorschlage gcth.an; ja er habe sic im ruhigen Besitz ihres Landes, und ihnen die freie Ausübung ihrer Religion und des Tcmpeldicnsies lassen wollen, wenn sie die Waffen niederlegcn wollten. Zu diesem Dehufe habe er, fahrt siefort, den Josephus zu ihnen geschickt, welcher auf den Mauern Jerusalems eine sehr rührende Rede an das Volk und an die Tyrancn hielt; aber die Antwort darauf wäre—Drohungen und Schimpfreden auf den großen Josephus gewesen. Jener laßt deu genannten Rabbi dem Vespasianus dessen nahe Beförderung zur Kaiscrwürde prophezeihen; diese aber schreibt diese Vor-' hersagung dem Josephus zu, und zwar, als er nach der Verthcidignng von Jotapata in die Hände der Römer fiel und vor Dcspasianus geführt wurde. Nach jenem habe Titus selbst Hand an der Einäscherung des Tempels ge« ^legt»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.