Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 4 H. (1807)
- Article
- Über den Hang das Gesetz zu übertreten, oder über den Reiz gegen Verbote zu handeln
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 272 (sequence 15)
- Language
- German
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Diese vernünftige Freiheit, diese Selbstthatigkcit der Vernunft ist die Atmosphäre, 'in der es gedeihen kann. Es gicbt Eltern, und ich kenne selbst welche, die ihre Kinder bloß darum mißhandelten, weil sie nicht die Sklaven ihrer Unbesonnenen, vcrnunftloftn Willkühr scyn wollten. Ich hörte sie äußern: Du mußt gehorchen, auch wenn du recht hast, weil du Kind bist: denn so will es die Autorität der Eltern. Was soll aber das Kind, falls es schon rechts und links von einander zu unterscheiden weiß, was soll es von solchen Acußcrungcn, was von solchen Eltern denken, wie soll es sie achten können, da ihre Ee-vder Verbote nicht darum befolgt werden sollen, weil sie das Gute, das Rechte beabsichtigen, nein, weil cs so gewöhnlich ist, daß die Eltern befehlen und die Kinder gehorchen müssen. Abet null) ckm das Gute bcabzweckenden Gesetze kann der Mensch nur dann gehorchen, wenn er sich überzeugt, es sey wirklich so, damit diese Ueberzeugung seinen Willen bestimmen, «nd sein Gehorchen kein sklavisches Gehorsamen, sondern tine freie, von jener Ueberzeugung ausgehende, selbsithatige Willensäußerung sey. Alles Ucbrigr ist vom Ucbel. Und wenn der erwachsene Mensch so handeln soll, so muß ja schon in dem Kinde darauf hingearbeitet werden. Ist aber Lei diesem eine solche vernünftige Ueberzeugung nicht möglich, so muß sie durch etwas anders ersetzt werden, d. h. Man behandle dgs Kind.so, daß es, indem es dem vernünstigm Willen, dessen Zweck und Absicht es nicht begreifen kann, Folge leistet, glaube, es handle nach friuc« eignen. Und dieses wird man nur dadurch bewirken, daß man dasselbe Mit den Umgebungen in ein solches Verhältniß zu bringe« suche, wo es ohne Nachtheil fuc sein phy- J . . fischts