Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 4 H. (1807)
- Article
- Über den Hang das Gesetz zu übertreten, oder über den Reiz gegen Verbote zu handeln
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 270 (sequence 13)
- Language
- German
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®7© . Selbsithatigkeit, fie raubte ihm, bei, meiner Meinung nach, aller Vorherbesiinimung, die man mir nicht mißverstehen muß, doch nicht das große, ihn erhebende Gefühl seiner Freiheit. Alles glaubt er selbst gerhan zu haben, was ein Höherer durch ihn that. So sollte in gewisser Rücksicht der Erzieher auch, handeln; dm» er ist ja ein zweiter Schöpfer der menschlichen Natur. Das Kind muß so wenig, als möglich fühlen, daß es gehorche. Hier werden, vielleicht manche Eltern und Erzieher die Augen «rufreißcn, und sich auf den alten Gemeinplatz — der Mensch muß erst gehorchen lernen, che er herrschen kann, berufen. Ich entgegne, daß man sich oft, ohne Nachdenken, von dem Wohllaute eines alten Kernspruchs (wie man zu sagen pflegt) fortreißen laßt, ohne ihn zu verstehen. Ich kenne nichts Unsinnigeres und Abscheulicheres, als die Thatigkcit des Menschen abhängig scyn zu lassen von fremder Willkühr. Es ist schlimm genug, daß der Mensch Hei der höchsten Ausbildung seiner Kräfte, mit einer bessern Ucberzengung in der Brust, dennoch in den bürgerlichen Verhältnissen, von den Fesseln des gesellschaftlichen Vereins gedrückt—die er nicht willkührlich abwcrftn kann, seinen moralischen Unwillen über so manche höchgcpricsne Verkehrtheit, unterdrücken, und mit gebeugter Seele, mit gekranktem Selbstgefühl schweigen und hingchcn muß und i weinen, wo er handeln möchte und nicht darf. Es ist des j Gehorchens phne Bewußtscyn so schon genug, und der j Mensch wird von der Sklaverei, die das Leben Und seine; tausend Verhältnisse über ihn werft», so im Zaum gehal« ten, daß eine nicht gemeine Seele dazu gehört, nicht end« -ich ganz und gar zum.Sklaven des Lebens hcrabzusmkcn. Es