Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 4 H. (1807)
- Article
- Über den Hang das Gesetz zu übertreten, oder über den Reiz gegen Verbote zu handeln
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 269 (sequence 12)
- Language
- German
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S§A «uf seiner würdige Gegenstände leite. Weil aber, sobald die Vernunft, wir bei Kindern, noch nicht entwickelt i(V eine vernünftige, eigentliche Selbstthatigkeit nicht möglich . ist, sondern nur das Beginnen, oder «ine Form dcrseh» den, im Gewände des Instinktes, und es von weit größcrm Nachthcil scyn würde, ihn diesem Instinkte zu überlassen, so entsteht, da man bei gänzlicher unzweckmäßiger Einschränkung dieses Triebes Gefahr läuft, der Bildung zu schaden, wie, im Fall man gar keine Einschränkung; statt finden lassen wollte, noch üblere Folgen befürchtet» müßte — die Frag:: Wo ist hier der Mittelweg? wie wird l man, indem man einen Fehler zu vermeiden sucht, es an- ' fangen muffen, daß man nicht in seinen entgegengesetztes ■ falle? Ich antworte: dadurch , daß man sich bemühe, daS j Kind in solche Situationen mit den Umgebungen zu fcria* ' gen, daß es unbeschadet seines Wohls nach seinem eigener» . Gefallen thatig seyn könne. Bei dem erwachsnen, vernünf-? tigen Menschen thut das die überzeugende Erkenntniß, di» er theils der Erfahrung, theils der Vernunft verdankL -Bei dem Kinde ist dieß nicht möglich, folglich mußseine .! Vernunft ein Andrer scyn, der ihn langsam zur Erfahrung f führt. Ich finde das Derhakkniß, in dem der Erzieher unk J das Kind mit einander stehen, sthr ähnlich dem Derhälö» j nisse, in welchem überhaupt der Mensch mit der Gottheit I ficht. Wer wird laugnen, daß alles, was sich ereigne» soll , und dürste ich hier offenherzig meine Meinung sagech I auch der freie Mensch mit seinen Handlungen, einem groS | fcn Gesetze, größer als die Vernunft, unterworfen istz i das er, trotz seiner Freiheit, zu übertreten nicht vermag^ Und doch ließ ihm die Gottheit das Bewußtfeyn seine» - > . Sclbsk