Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 4 H. (1807)
- Article
- Über den Hang das Gesetz zu übertreten, oder über den Reiz gegen Verbote zu handeln
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 10)
- Language
- German
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Freude macht, wenn ihre Kinder auf keine einzige Frage, auf die schwerste selbst, eine geschickte-Antwort schuldig' bleiben, die sie sich zu finden umsonst bestrebten. DaS Wissu ihrer Kinder freut sie, sie wollen gelehrte Kinder, die sie oft mit guten verwechseln. Eie überlegen nicht/ daß die geistige Bildung des Menschen noch nicht zur Hälfte vollendet scy, wenn er die Namen von ei» paar tausend in-und ausländischen Thieren, ihre Lebensart, ihre Wohnorte, ihre in - und auswendige Natur herzusagcn weiß, wenn er in Gedanken und mit der Feder die ungeheuerste»' Rechnungen zu machen im Stande ist, wenn er alle Menschen, die je auf der Erde lebten und noch leben, mit alle» ihren Thaten kennet. Sie überlegen nicht, daß, so nützlich, ja nothwendig dieses auch sey, es noch gar nicht Endzweck der Bildung, sondern nur ein vorzügliches Mittel dazu sey. Nicht Wissen — nein! Thun, Handeln —* worauf das Wissen nur hinführen soll und kann, ist die Bestimmung des Menschen. Alle Bildung und Erziehung muß darauf Rücksicht nehmen, daß er handeln lerne. Aber der Mensch, er selbst, nicht ein andrer, anstatt seiner, soll handeln. Die Handlung soll fein Eigenthund Aeußcrung seines eigene» Wesens, Selbstes, oder wen« man will, Ichs> scyn. Cd selbst soll einsehcn, sich be» ivußtsryn des Zwecks und des Grundes seiner Handlung. Seine eigne Ueberzeugnng soll seinen Willen bestimmen,, nicht eine fremde. Seine Thätigkrit soll dir Aeußerung seines eigeucn Willens, soll Selbsitharigkeit seyn. Der Mensch mag noch so sehr den Vorschriften anderer guter Mensche» folgen, er mag nie etwas thun, was der allgemeines Glückseligkeit Abbruch thut, so wird man ihn doch deswe» ■: * '■ /' ge«