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Sulamith · 1807-01-01 · 2. Bd 4 H. (1807) · p. Seite 265

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Erster Jahrgang 1806-1807
Issue
2. Bd 4 H. (1807)
Article
Über den Hang das Gesetz zu übertreten, oder über den Reiz gegen Verbote zu handeln
Date
1807-01-01
Page
Seite 265 (sequence 8)
Language
German
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S§5 Saß der Mensch nicht geboren fey, durch sein Leben am Gangeibande zu gehen, sondem sich selbst zu regieren, sich selbst Gesetzgeber zu seyn, und unabhängig von fremder Willkühr dem großen Ziele seiner Vollendung nachzusircben. So wie nun Eltern nüd Erzieher dadurch, daß sie die kör« pcrkichcn Bewegungen -des unbchülflichen Menschen durch das Gängelband leiten, und es nicht gestatten, daß er sich nach eignem Gefallen in den menschlichen, nvthwendigste» Fertigkeiten, als aufrecht sich» und laufen, üben, dieAus« bildung der zu diesen Fertigkeiten erforderlichen Kräfte nicht hemmen, sondern vielmehr befördern, also der Unbchülf« iichkeit bloß zu Hülfe kommen wollen; eben so werden sie in Ansehung dieses Triebes" zu handeln verpflichtet seyn. Ich glaube doch Nicht, daß dieses noch eines Beweises bedarf. So augenscheinlich dieses aber auch die Vernunft fordert und lehrt, so nehmen die meisten Eltern, wie dir Erfahrung leider zur Genüge beweist, keine Rücksicht darauf. Diele, die selbst theils durch schlechte Lehrer und unerfahrne Eltern, theils durch Elend und Dürftigkeit, die sie an Allem , was zur Bildung des Menschen gehört, Mangel leiden ließen, verwahrlost wurden — halten diesen nothwcndigen, heilsamen Trieb noch für ein Ucberbleibstl der Erbsünde, für eine Wirkung des Teufels , und greifen oft zu den barbarischsten Mitteln diese teuflischen Reste vollends auszurotten. Cie meinen — wenn sie noch Gefühl für ihre Schuldigkeit haben — genug zu chun, wenn sie— vbschon in der guten Absicht, gute Menschen aus ihren Kindern zu erziehen , aber nie darüber nachdachten, was denn eigentlich zu einem wahrhaft guten Menschen gehöre— dem nämlichen Schlendrian folgen, nach welchem man sie ■. - - erzog.

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