Mannheim
Compact Memory

Sulamith · 1807-01-01 · 2. Bd 4 H. (1807) · p. Seite 254

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Erster Jahrgang 1806-1807
Issue
2. Bd 4 H. (1807)
Article
Über die Vereinigung der Religion mit den Wissenschaften
Date
1807-01-01
Page
Seite 254 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2304627-2304646-2304648-10856500-2314797--00967-2315152
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

verspräche? Ja, selbst ohne geographische und Historische Kenntuiß der alten Volker und Reiche sind uns viele Stcllen in der Dibel, viele Erzählungen, die nur auf gewisse Begebenheiten und Verhältnisse Bezug haben, ganz unversiändlich. Ohne Kenntniß des menschlichen Herzens sind die Sprüche Ealomonis, die sich alle auf Erfahrungen gründen, ein bloßes leeres Geschwätz, das keinen innern Wrnh hat. Sind nicht die meisten Reden im Buche Hiob und besonders die letzten, dem Naturforscher um so wichtiger, weil er diese Schilderungen in der wirklichen Natur erblickt? Wird der Mensch nicht weiser, besser, erleuchte- 1er, wenn er überhaupt die göttlichen Anssprüche, die er in der Bibel findet, mit dem großen Buche der Natur vcrgleicht und sie dort, wie in einem hellgcschliffenen Spiegel abgebildct, wahrnimmt? Was ihm dort der Geist Gottes verkündet, das sichet er hier in der Erfüllung; was er ihm dort bloß dunkel ahnden laßt, das stellt sich ihm hier ganz deutlich vor Augen. ״Frage deinen Vater, er wird es dir sagen, deine Alten, sie werden dir's berichten." Die großen Begebenheiten der Welt, die Völker - und Staats- Umwälzungen, die großen und nützlichen Entdeckungen, die einzig und allein durch freies Denke», freies Reden, freies Handeln, zur Ausübung gebracht worden sind, alles dieß laßt uns die Allmacht, die Güte, die Weisheit Eottes deutlicher und inniger erkennen. Ueberall finden wir, daß die Religion uns zur vernünftigen Erkenntniß Gottes aufmuntcrt; immer heißt cs: ״Erkenne und bedenke e s, daß der Ewige der Schöpfer der Natur ist." ״Nur hier« mit rühme sich der Prahler, mich vernünftig zu kennen, daß ich ein wohlthätigcs und gerechtes Wesen bin (Irrem.) V , Wie

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.