Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 3 H. (1807)
- Article
- Über die Vereinigung der Religion mit den Wissenschaften
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 4)
- Language
- German
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derselben untersagt wäre. „Gebet dem Blmdgebornen «nr Fackel in die Hand, oder heftet der Ameise Flügel an, sagt der hebräische Dichter; beides würde eine unnütze " Bürde ftyn." Sie, die Vernunft, dm crhabmm Vorzug des Menschen vor dem Thicre, auszubilden, sie durch Einsichten und Kenntnisse zu veredeln, dieß ist der Zweck» dm der gärige Schöpfer bei dem Menschen hatte, und diesen Zweck San; zu erreichen, ist die Bestimmung des Menschen. Allein da Einsichten und sittliche Gesinnungen in keinem nochwcndige» Zusammenhänge sichen, indem man ganze Völkerschaften antrist , welche den übrigm Menschm an Kultur nachsiehcn, aber sie an Herzensgute übcnrcffcn; so wie man umgekehrt fthr gebildete und gelehrte Leurc gesehen hat, die zugleich fthr tief in Lastern vcrsunkm waren: so ist es nicht zu läugnm, daß der moralische Glaube » besonders wenn er von der Kraft einer göttlichen Religipn unterstützt wird,, für die menschliche Glückftligknt höchst noihwendig ist. Nur dann erst wird der Wcrch des Nlenschengeschlechts erkannt, wenn die Vernunft mit der Religion im himmlischen Bunde sichet. - s ^. Was die Vernunft billigt, kann die Religion nicht verwerfen; beide kommm aus. dem Schoße der Gotchttt. Die Wahrheit ist ewig und einzig, und kann sich in ihren Aeuffcrungm nicht widersprechen. . Eine Religion, bie der Vernunft allen- Werth abspricht, vrrrach dadurch schon ihre Unachkheit. - Beide sollen sich vielmehr unttrsiützcq» Heidt cinandch die ^and bieten. Dieß ist der Wille des Höchsten Gesetzgebers; und dadurch eignet sich die Rckigi» für. den Menschen, daß er als dir put Vernunft begaknes 'Wcftn ihre Wahrheiten einfthen und begreifen sann. Für i »t, ■ ' chn