Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 3 H. (1807)
- Article
- Über die Vereinigung der Religion mit den Wissenschaften
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 2)
- Language
- German
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sie nicht wenigstens m ittelbar einen dunkeln Begriff erhalt, heißt ihr Wesen vernichten, oder doch ihre Würde, welche in dem freien Einporschwiingc ihrer Kräfte bestehet, zur Niedrigkeit des thierischcn Instinkts herabsctzen. Das Gefährliche und Nachtheilige jener Meinung aber wird einem jeden, der nur ein wenig über die Natur des menschlichen Herzens nachdcnkt und dem der Gang der Wcllbcgchrn» hcitcn nicht ganz fremd ist, sehr einlcuchten. Der Geist aller positiven Religion führt brr dem Unaufgeklärten und' Unwissenden norhwcndig auf Jmokeranz, und man kann mit Gewißheit anuehmcn, daß überall, wo diese Pest der Menschheit gcwüthct hatte, Dummheit und rohe Unwissenheit die Grundlagenzu ihrer Verbreitung gewesen sind; so wie umgekehrt gründliche Kenntnisse- und Wisscnschaftcn imrncr Toleranz und Menschenliebe zu ihren Begleiterinnen hatten. - ■’,/ Führt die erwähnte Behauptung solche schädliche Folgen mit sich, wie weit gefährlicher und nachtheiligcr ist nun gar der Wahn, daß die Religion durchaus keine Wissenschaften neben sich dulden könne; daß es zu ihrem Wcstn gehöre, alles, was außer ihr die mcnschk-che Dernnnft erleuchten und crbancn kann, von sich zu entfernen, und daß daher ein Mensch, der wahrhaft religiös seyn> und für das wahre Heil seiner Seele sorgen will, geradezu die Wissenschaften hassen, und sie als die Störer seiner Ruhe und seiner Glückseligkeit flichcn müsse. Kaum sollte man glauben, daß es Menschen gebe , die'einem solchen thörichten Wahn anhangen können, dein doch die gesunde Vernunft und nur ein wenig -reifes Nachdenken schnurstracks cnkgc- <jcn sind. Und dock) findet man unter' unfern Elaubensge. y.;. -y' »offen