Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 3 H. (1807)
- Article
- Über die Vereinigung der Religion mit den Wissenschaften
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2304627-2304646-2304648-10856499-2314790--00900-2315097- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
, ix.; Ucbcr die Vereinigung der Religion mit den Wissenschaften.'' Eo widersinnig und schädlich die Meinung ist, baß eine bloß wissenschaftliche Bildung, wobei das religiöse und sittliche Gefühl gar nicht in Anspruch genommen wird, aU lein zur bürgerlichen und individuellen Glückseligkeit des- Menschen hinreichc, eben so sinnlos, aber von noch gefährlicher« und nachthciligern Folgen ist cs, wenn man behaupten will, daß eine r e l i g i ö sc Bildung allein die menschliche Glückseligkeit begründe, und daher alles Kennen und Wissen, das außer dem Kreise der Religion liegt, ganz unnörhig und übki siüßig scy. Sinnlos, sage ich, ist diese Behauptung: denn , wer das wahre Wese« der Religion kennt, der weiß, wie sehr diese selbst die Wissenschaften in Schutz nimmt, und wie dürftig eine chctive und magere Kenntniß der Glaubenslehren ist, wenn sie nicht von Der» nunftsatzcn und Gründen unterstützt, mit denselben bereichert und durch sie berichtigt wird. Die menschliche Seele ist ihrer Natur nach zum Denken und. Drüsen Lencig^ sie lasst sich nichts mit. Gewalt aufdringm, sie will dir Gegenstände, dir ihr vorgehaltcn werden, nicht bloß anschaulich kennen; sie will auch «issm, warum sie so sind, und zu weichem Zwecke sie diene»; ihr etwas aufbürde» zu wollen, von dessen Wa^heit und Nutzbarkeit