Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 2 H. (1807)
- Article
- Briefe an den Herausgeber der Sulamith
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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07» Simon Hochheimer (der uns die letzten Auf» Lritte des Lebens von jenem ruhigen Weisen, in der Schrift: Urb er Moses MendelssohnsT-od — Wien und Leipzig 1786 — eben so schon als rührend geschildert hat) stimmt damit vollkommen überein, wenn er sagt: „Daß man die Religionshandlungcn nur nach ihrem Aeußcrn und nicht nach dem inncrn Geist betrachtete, daß man nicht'.in Erwägung zog, daß die Absicht und der Zweck der Hand»!ung ihr wesentlicher Gehalt und das reine tugendhafte Herz bei der Ausübung ihren wahren Werrh bestimme; verursachte bei allen Religionen und zu allen Zeiten viele Irrungen und Feindseligkeiten unter den Menschen, verstümmelte und verunstaltete die Religion selbst." So erschien vielen denkenden Männern Ihrer Nation bas kostbarste Kleinod des Himmels — die Religion. Sv mögen noch Viele über sie denken — so mag sie in dem Innern Vieler verschlossen liegen. Ich bin kein Feind von allen Ceremonien in der Religion. Sie sind nvthwcndig, als die Hülle, als das Symbol, als die äußere Form, durch welche sich der Geist ausspricht. Die verschiedenen Glieder einer großen Gemeine werden durch sie zur Einheit zur Brüderschaft verbunden. Das, was man nicht fassen und begreifen kann, muß dem sinnlichen Menschm näher gerückt, muß ihm unter äußeren Erscheinungen vor die Augen des Geistes gestellt werben. Aber man begnüge sich nicht mit Umkleidung. Man setze das Wesen der Religion nicht in Förmlichkeiten und Menschenfatzungen. Ich wiederhole noch einmal : Die Verehrung Gottes, wenn sie würdig ftyn soll, kann nicht in Dienstleistungen, Ehrenbezeugungen» in bloßen