Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 2 H. (1807)
- Article
- Briefe an den Herausgeber der Sulamith
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 9)
- Language
- German
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kann: so lassen sich auch die Wunder so viel als möglich durch natürliche Ursache erklären; was wir aber weder er. klaren» noch als absurd behaupten können, von dem müssen wir unser Urthcil zurückhalrcn, und die Religion bloß auf die Lehren der Weisheit gründen." *) „Ein Heide sprach — erzählt M. Mendelssohn—: Rabbi lehret mich das ganze Gesetz, indem ich auf einem Fuße siche! Eamai, au den er diese Zumuthung vorher ergehen ließ, hatte ihn mit Verachtung abgewiescn; allein der durch seine unüberwindliche Gelassenheit und Eanftmmh berühmte Hillel der altere sprach: Cohn! liebe deinen Nächsten als dich selbst. Dieses ist der Text des Gesetzes. Alles übrige ist Kommentar. Run gehe hin und lerne." — An einem andern Ort sagt derselbe Weise: „Die göttliche Religion verhalt sich gegm Handlungen nicht anders, als gegm Gesinnungen, weil sie Handlung bloß als Zeichen der Gesinnung befiehlt. Sie ist eine moralische Person, aber ihre Rechte kennen keinen Zwang; sie treibetnicht mit eisernem Stabe, sondern leitet anl Seile der Liebe u. s. w. **) Simo» ~*) Es ist hier nicht der Ort, mich über die Richtigkeit dieses RaisonnemcntS wcitläufcig einznlassen. So viel aber scheint mir gewiß, daß eine moralische, di h. lediglich auf das Bewußtsein der Freiheit und des Willengesetzes, und gleichwohl auch zugleich auf Wunder gegründete Ueberzcugung, ein viereckigker Eirkcl ist. „Wan kann viel gegen die Wunder einwendcn — sagt Dl. Philipsohn in dem leben Benedicts von Spinvsa (Braunschweig 1790)—» man kann sie ganj verwerfen, und dennoch steht die Religion, ohne fremde« Grund, auf sich selbst gestützt, fest genug."— Man sehe Sulamirh 1. B. 4. Heft S. 349 , wo diese Stelle bereits angeführt ward. D. Fr.