Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 2 H. (1807)
- Article
- Briefe an den Herausgeber der Sulamith
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 7)
- Language
- German
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124 Lohnes wegen dienen, sondern wie die, die ihren Herren nicht wegen des Lohnes dienen. Er wollte damit sagen: man müsse der Wahrheit glauben, um der Wahrheit willen. Daher heißt es auch: Man muß Gott aus Liebe dienen. Unsere Weisen haben gesagt: in der Erfüllung seiner Gebote ist das höchste Vergnügen. Rabbi Elicscr sagt: demnach ist in den Geboten selbst Vergnügen, nicht in ihren Belohnungen. — Vielleicht sagst du, ich will das Gesetz lernen, daß ich reich werde, daß man mich Rabbi nenne, daß ich Belohnung im künftigen Leben empfange; aber die Echrist sagt (V. Moses XIX. §.): Was du thust, thue zur Liebe Gottes." Benedict Spinvza, ein durch Wort und Wandel vcrchrungswerther Mann (mögen auch die verketzernde» Hyper - Orthodoxen Ihrer Nation dagegen aus allen Kräften protestiren), sagt in dem schon vorher angeführten Werke *)t „Ist der ohne Religion, der Gott als das höchste "Gut anerkennt, und ihn darum mit freier Seele j« lieben anbcfiehlt? dessen Lehre ist: hierin allein bestehe unsre höchste Glückseligkeit und unsre höchste Freiheit? — Dir gemeine Meinung der Lenke hält Religion, Menschenliebe *) Der vollständige Titel desselben istr Tractatus Theologico*-I’oliticuSj continens dissertationes aliquot., quibus ostenditur, libertatem philosopliandi nontan tum ealva pietate et reipublicae pace posse concedi : sed eandem nisicum pace reipublicae , ipsaque pietate tolli non posse. Hahiburgi 1670. — Eine vortreffliche Biographie dieses Philosophen ist neuerdings von dem Herrn Pastor Schalter in Magdeburg (im Biographen -»re« Bandes ztes Stück) erschienen. .