Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 2 H. (1807)
- Article
- Briefe an den Herausgeber der Sulamith
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2304627-2304646-2304648-10856498-2314775--00800-2315019- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
,rr innern süßen und erquickenden Kern. — Nein, nicht Buche stabe, Ccremonie, Vorurtheil, Herkommen, Gesetze oder Zwangspftichtcn, sondern der Geist, d. i. Licht und Kraft der Wahrheit macht die wahre Religion aus. Religion, die in ängstlichen Aberglauben ausartet, oder in dem unfruchtbaren Glauben an unbegreifliche Dinge besteht; Religion, die bloß als Wissenschaft, als Theorie über gewisse Erscheinungen in der phystschen und morali« scheu Wclr den Verstand des Menschen beschäftiget, aber sein Herz nngebcsscrt und unberuhigt laßt; Religion, die nicht vom göttlichen Geist belebt wird, und sich nicht durch Thar und Kraft äußert; eine solche Religion hat für de» echrreligioftn Mairn gar. keinen Werth. Dieß, verehrter Freund, ist auch die Lehre Ihrer Propheten. Mir fallen fetzt nur drei Stellen ein, die diese meine Behauptung bestätigen. Eie werden deren leicht noch mehrere finden. „Was fasten wir? — sagt I e» sa i a s — du So«, siehst nicht darauf; wir martern uns, du achtest es nicht. — Das Fasten endet sich in Zank und Streit; den Schwachen schlagt ihr, daß das Geschrei ge» Himmel steigt! Ist das ein Fasttag, dm Gott von euch fodcrt, daß sich ein Mensch nur quäle, sein Hals wie. Schilfrohr hänge, auf Sack und Asche liege? — das nennest du Ihm zu Ehren fasten, das wäre rin Tag» der ihm gefiele? .— Drin Fasten sey: der Unschuld Fesseln brechen, den Belasteten der Bürde entladen, den Unterdrückten befreien und sei« Joch zertrümmern. Brich dem Hungrige« dein Droh, den dürftigen Wanderer führe in dein Haus, den Nackten, welchen du siehst, bekleide; verachte dm nicht» der non tbm