Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 2 H. (1807)
- Article
- Briefe an ein achtungswürdiges Frauenzimmer jüdischer Religion
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 7)
- Language
- German
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* ־ 2§ jede Krankheit, und Heilsamen Nutzen für jeden Erden- «aller hat. Und doch verfehlt diese so schätzbare Art von Gottes» Verehrung bei einem großen Theil der Menschen ihren erhabencn Zweck. — Die Ursache liegt uns nicht sehr fern: Ein m e ch a n i sch e s Verfahren bei irgend einem Neligionsgcfttze, wobei das Herz nichts fühlt und der Kopf nicht denkt, kann durchaus nicht den geringsten Eindruck auf den Menschen machen, die Ausübung erfordere den Mund oder die Hand, gleichviel׳! handelnd müssen wir fühlen und denken. ״Das ist es ja, was den Menschen zieret. Und dazu ward ihm der Verstand." Bei Leuten also, denen die Ausübung heilbringender Ge« fetze gleichsam zu einem thierischen Instinkt geworden ist, muß auch das Gebet ohne sonderliche Wirkung bleiben. Bestimmte Gebetsformeln abzusagen, ist eigentlich mechanisches Lippengcplärr und kann nicht beten genannt werden; sich an Zeit und Ort binden, entspricht nicht dem Charakter wahren Gebetes. ״Gebankcnloses Beten, sagen die Talmndisten, gleicht einem entseelten Körper." *) ״Wenn du betest, lehren dieselbe ferner, siche es nicht als einen Frohndienst an, es sey vielmehr ein herzliches Flehen um Barmherzigkeit und Gtta« he yvk Gott." **) Wohl lehren sie uns auch bei mancher Gelegenheit, daß wahres Gebet sich weder auf Zeit noch '; ' . ׳' ■ auf ' . - . .*) תפלה בלא בונה כגוף בלא נשטה! **) וכשאתה מתפלל א?1 תעש תפלסך קנע אי1» רחטי£ ותחנונים לפני המקום (אנות). העושה תפלתו' קבע אין' תפלתו תחנונים. (ברכות). ׳