Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 2 H. (1807)
- Article
- Briefe an ein achtungswürdiges Frauenzimmer jüdischer Religion
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 4)
- Language
- German
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Lrünstrigcs Gebet aus der Fülle des Herzens steigend» sucht er beim Geber alles Guten, beim'Herrn des Geschi» ckes, Schutz und Hülfe, stehet ihn um Erbarmung an, schüttet sein volles Herz in dm erbarmendm Schoost der erhabenen Gottheit aus, und, erleichtert im Innern, sucht er kräftig von Neuem Hand anzulegm an das nährende, ihm schon so oft mißlungene Geschäft; -gestärkt in Gott betreibt er von neuem, mit Muth und Entschlossenheit gestählt, ein neues Erwerb, und cs gelingt ihm, dem Schicksal Trotz zu bieten, seine Dcsvotcnlaune zu verachlen und sich in keine Sclarcnketten von ihm schmieden zu kaffen. Wozu auch dicß? Mit seinem Vater im Himmel hat er sich ja seines Wohls wegen besprochen und ruft nun -getrost des heiligen Sängers Wortt: In Angst rief ich die Gottheit a« . Der Gottheit Antwort schafft mir Raum, Mein ist der Herr, ich fürchte nichts. Was kann ein Mensch mir rhu«? — Ist er von Schmerzen gequält, der leidende Sohn deS Staubsderen lastende Bürde ihn augenblicklich zu tvdtea drohet; wird ihm das kostbarste, das chcuerste genommen; wird dem Gatten die theuke Lebensgefährtin , dieser ihres Lebens Licht und Ruhm umbarmherzig entrissen; muß mit zarter Hand die leidende Mutter die aufblühcude Toch» tcr, der wcinende Vater dm rüstigen Jüngling auf ewig übergeben dem unersättlichen Schooß der verschlingenden Erde -7^ ״von Deiner Hand, gerechte Gottheit, kommm diese Leiben und nicht quälen fähhfTbu tKiurÄittNrwoSslen; auch diese Schwerfen zielen hin zu meiner Seligkeit^ ob ichs gleich nicht fassen» nicht begreifen kann; gegeben hat