Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 2 H. (1807)
- Article
- Fragmente einiger Betrachtungen: Über den Aberglauben in der Religion
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 3)
- Language
- German
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84 der Religion für sie selbst sehr schädlich Wd herabwürdigend sey. Aber ist denn jede äußere Ceremome in der Religion Aberglaube, niuß sie denn schlechterdinas olme alle auüere Gebräuche seyn E> llckchts weniger als dieses.' Aberglaube ist nur dann eine religiöse Ceremome, sobald sie mehr seyn will , als was sie ist, sobald sie sich , selbst auf den Thron setzt, der der Göttin gebührt, welcher sie nur zur Verschönerung dienen soll. Darin allein liegt der Aberglaube. _Denn so lange der Mensch ein schwaches, an-Sinnlichkeit- _Hangendes Geschöpf bleibt, so lange wird er auch eine mit Sinnlichkeit verbundene Religion haben müssen. Für ihn, der nie ganz Geist seyn kann, ist auch eine reinßeistige Re- —ligion nicht geschaffen: Aber , die Ceremonien, welche Ihm die.Religion vorschreibt, müssen ihm nie als Zweck, als die Religion selbst V Mdern^ als Mittel zür"Beforderung eines hohem Zwecks vorgestellt werden und sie müssen so - beschaffen seyn, daß sie auch den hohem Zweck befördern können. Dieser ist kein anderer, als das religiöse Gefühl in uns zu beleben, uns mit inniger Liebe Und Verehrung gegen Gott zu entstammen, und unsere Tugend zu starken, und Ceremonien, die diesen Zweck erreichen können, sind die öffentliche Eottesverrhrung und die Feier religiöser ge« "sie^wrlche uns die von Gott einpfangenen Wohlthaten ins VvVMW^ VII i p --Dank durch Wortc^und Werke bärzübrmgeNi Solche Ceremomen, wenn sie zweckmäßig eingerichtetsind, haben gleichsam einen göttlichen Charakter; sie sind der sinnlichen und geiftitzPPatur des Menschen ganz angemessen; ..denn — sie wirkm nur-ausdie ersiere, um die -letztere zu-erhebeNf ■fer