Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 1 H. (1807)
- Article
- Nachrichten von den jüdischen Schulen in Wolfenbüttel, Frankfurt am Main, Berlin und Deßau
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 5)
- Language
- German
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45 hingegen vor allem Bosen mit Nachdruck zu warnen; mit einem Worte: die Kinder für das Bessere, durch ein gch^ riges Wirken auf ihre biegsame Herzen, ja besonders auch durch eigenes gutes Betragen und Beispiel, recht empfänglich zu machen, ihnen die Pflichten gegen Gott, ihre Eltern und den Staat recht deutlich einzuprägcn und die Religion ihrer Väter nach gelauterten, reinen Begriffen zu kehren, damit sie das Wesentliche von dem Unwesentlichen ohne Mühe bald zu unterscheiden im Stande sind. Nachdem nun in dcr Elcmcntarklasse, wo fürs erste mit dem Lesen, dem Anfänge des Schreibens und Rechnens, der Erlernung einiger ihnen verständlich gemachten Gebete und mancher nützlichen Lebensregcln, das Nöthige zum Grunde gelegt ist, schreite man — da man übrigens auch im wissenschaftlichen Unterrichte, so weit es dem Bürger sehr nützlich ist, mit den größern Kindern fortfährt— zum Religionsunterrichte. Je einfacher und ungekünstelter dieser ifo je größer ist auch der Nutzen, den er hervorbringt. Die Bibel, nach einer guten deutschen Uebersetzung, mache daS Hauptlehrbuch der Religion aus; denn unstreitig hat hier der Lehrer die beste Gelegenheit, daS Kind auf allcö Wahre und Göttliche aufmerksam zu machen. Das Lehren der Bibel darf aber überhaupt, nicht etwa nach der Art eines gewöhnlichen Historikers geschehen, der, seiner Geschichte getreu, bloß feine Thatsachen trocken her erzählt und das Herz nicht selten dabei kalt läßt. Der Lehrer selbst muß vielmehr von der Göttlichkeit der ewigen Wahrheiten Legeistert, dem Knaben mit Kraft und Gefühl, die Heilig--, feit der göttlichen Religion recht vor Augen stellen, damit ■ ■ : . der