Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 6 H. (12.1806)
- Article
- Über die religiöse Bildung der Frauenzimmer jüdischen Glaubens
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 486 (sequence 14)
- Language
- German
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jetzt nicht selten gerade daS Gegentheil. Manche Mütter üben ihre Tochter sogar in einer unverzeihliche» Gleichgültigkeit gegen alles, was nur das Gepräge der Religiosität an sich tragt. Alles in der Natur scy Zufall, ist ihre Lehre, und so überlassen sie selbst auch die Herzen ihrer Töchter dein lieben Zufälle. Ein solches Töchtcrchcn wächst heran, weiß weder von der Religio» der Juden, noch der Christen, etwas Gutes zu sagen. Was bedeutet dieses oder jenes Gesetz? Was ist die Ursache dieses Festes? Welche religiösen Grundsätze sind zur Glückseligkeit des Menschen nöthig? Dieses alles ist Sanskritta für dasselbe, von diesem allen weiß es kein Wörtchen. Außer der Selbstliebe gicbt es für dasiclbe keine Pflichten; was dieser entgegen ist, heißt inconscquent. Nur an dem findet es Geschmack, was der Eitelkeit schmeichelt. Das Spiel seiner Phantasie beschäftigen Schmetterlinge. Auch ist es solchen Töchtcrchen einst um wahre häusliche Glückseligkeit nicht zu thun, und der schöne Zweck der Schöpfung, sie;u treuen Gehülfinncn ihrer Gatten, thätigcn Hausfrauen , zartfühlende« Muttem und sie selbst dadurch wahrhaft glücklich zu machen, wird hier ganz verfehlt. — Doch, wer weiß cs nicht, was eine schiefe Richtung des jugendlichen Herzens, bewirkt von der Hand der Mutter, für üble Folgen haben kann. Heil dem Kinde, das der Leitung einer guten Mutter, von. der Vorsehung anverttauet, jxard nach der Art der liebevollen Gertrud, mit welcher uns der ehrwürdige Pc« K a l l o z z i bekannt machte! — Ist den Eltern das ewige Wohl ihrer Töchter, wie nicht zu zweifeln ist, wichtig, können sie sich selbst nicht mir denselben gehörig beschäftigen und wünschen sie aufrichtig, dem ft'.