Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 6 H. (12.1806)
- Article
- Über die religiöse Bildung der Frauenzimmer jüdischen Glaubens
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 487 (sequence 15)
- Language
- German
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487 frivolen Zeitqcistc dadurch zu begegnen, daß sic dir Herzen ihrer Töchter auf das Bessere leiten: so giebt cs ja rigcntlich ein sehr leichtes Mittel, dem Ucbel für die Zukunft kräftigen Einhalt zu thun. Es ist nämlich überhaupt die höchste Pflicht aller Eltern jüdischen Glaubens, daß sie für das Etablissement zweckmäßiger Töchterschulen sorgen, in welche» das religiöse Gefühl der Jüdinnen von der frühesten Jugend an kräftig erweckt und belebt werde. Dieses, verbunden mit der Bildung zur einstigen Hausfrau und Mutter sep die Hauxrtendcnz solcher Anstalten. Jede intensive Bildung ist auch hier weit vor« theilhastcr als alles Lehren überflüßigcn convcnienzmäßigen Figurantepjpicls.— Warum soll die Jüdin nicht das nöchige für sie Anwendbare von dem Wesen ihrer Religion wissen? warum dir Bildung ihres Herzens bloß dem Zufalle übcrlassn werden < Giebt es Mütter, die durch mißverstandene Aufklärung irregeleitet, die Bildung ihrer Töchter vernachkaßigcn, warum sollen die bessern Eltern insgcfnnmt, nicht für gute Töchterschulen sorgen? Tharig wirke man zum Wohl der Mädchen, wen» man anders nicht will, daß es um die gepriesene Glückseligkeit der jüdischen Ehen, die man sogar in Polen antrifft, nickt geschehen scy, wenn man in der Folge das Verderben künftiger Generationen nicht will. Mütter sind cs, die der Welt gute oder böse Menschen geben könne»; von ihrer Bildung hangt das Wohl und Wehe künftiger Generationen ab, darum ist es um so mehr nöthig, sich die Herzensbildung unserer Elaubensgenossinncn angelegen scyn zu lassen, sowohl ihrer, unserer als der Nachkommenschaft wegen! Hrrr