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Sulamith · 1806-01-01 · 1. Bd 6 H. (12.1806) · p. Seite 484

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Journal
Sulamith
Volume
Erster Jahrgang 1806-1807
Issue
1. Bd 6 H. (12.1806)
Article
Über die religiöse Bildung der Frauenzimmer jüdischen Glaubens
Date
1806-01-01
Page
Seite 484 (sequence 12)
Language
German
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484 des Goldes war. Auch de» irreligiösen, aber fein-sinnlichen , ästhetisch - gebildeten Mann könnte sie nicht mehr so treffen und fcsthalken wie vorher." Wenn nun bei einigen Mädchen jüdischen Glaubens Gleichgültigkeit gegen die Religion Statt findet, so -müssen wir freilich Len Zeitgeist auklagcn, der nächst dem Guten zugleich auch dieses Ucbel auf die jüdische Nation wirkte. Indessen dürfte die Zahl der irreligiösen Weiber unter unfern Glaubensgenossen bis jetzt vcrhaltnißniaßig noch nicht sehr groß ftyn, aber zu befürchten ist es, daß dieselbe in der Folge sich vergrößern möchte. Wir zahlen übrigens jedoch auch so manche Schöne unter unfern Religionögcnossinncn , deren Busen von dem heiligen Feuer der Religio« und innigsten Andacht durchglühct ist. Glücklich der Mann» der ein solches Weib gesunden, der sich ihres Besitzes erfreuen kann! Unsere. christlichen Brüder und Schwestern würden überhaupt erstaunen, wenn sie sich der Mühe unterziehen wollten, »nchrere Jüdinnen in ihrem häuslichen Leben, wo ein seliger Friede sie umschwebt und wo das Weib eigentlich am Besten zu beurthcikcn ist, mit ganz unpartheiischcn Augen zu beobachten z sie würden erstaunen, sage ich, wie viele wahrhaft gebildete Mädchen wir zählen können. Anspruchslos leben sehr .siele talmt» volle Jüdinnen im edelsten Bewußtseyn dem Guten und Edlen, die Tugeud in einem hohen Grade übend, und belächeln oft mit Recht, nachsichtsvoll und im Stillen den' chörichten Wahn mancher arroganten» selbstsüchtigen und neidischen christlichen Schwester, die cs unter ihrer Würde hält, einer bescheidenen Jüdin, die in Rücksicht geselliger Pflichten vst-weit richtiger und billiger denkt, — Gerech- - . tigkrit .

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