Mannheim
Compact Memory

Sulamith · 1806-01-01 · 1. Bd 6 H. (12.1806) · p. Seite 483

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Erster Jahrgang 1806-1807
Issue
1. Bd 6 H. (12.1806)
Article
Über die religiöse Bildung der Frauenzimmer jüdischen Glaubens
Date
1806-01-01
Page
Seite 483 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2304627-2304646-2304647-10856458-2314123--00611-2314693
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

siehennnen ihrer Haushaltung. Oder sie verrichten ihre Dcrufspfiichlcn — nicht wie Weiber, sondern wie Männer, wie Despoten. Eie haben keine Schonung, keine Nachsicht, keine Menschlichkeit. Ich bin zwar sehr überzeugt, daß jeder Mensch, an feine»» sittlichen Gefühl, an reiner Humanität verliert, »renn sich sein Herz von Religion gewendet hat. Auch Menschen, die durch eine gewisse Philosophie , ohne Religion, wirklich einen hohen Grad von Gerechtigkeit und Sittlichkeit erlangt haben, werden leicht hart aus Gerechtigkeit; sie verlieren jenes Billige, Nach« sichtige, in Dcurchcilung Anderer,' daS aller hohen Sittlichkeit die Krone aufsctzt. Dabei geht die Sittlichkeit nie über einen gewissen Pmrkt der sirengcn Pflicht, t,nd schließt jene Großmuth, jenen hohen Scelenadel a»ls, in dein der Mensch oft, mir dein rcinsienSinne, mehr thut, als ihm irgend eine Pflicht vvrschrciben kann. So viel verliert jeder Mensch, den ausgezeichnet - Edlen etwa ausgenommen, wenn ihm Religion nichts ist. Aber das Weib verliert Alles. Die zarte Pflanze ihres sittlichen Gefühls kann nur auf dein gnt gebarnen Boden achter Religiosität gedeihen, wenn auch der stärkere Baum der männlichen Humanität oft zwischen Steinen forckomlnt. Dein Kenner zeigt sich auch Mangel religiösen Gefühls gleich auf dem Gesichte desWeibes Es ist sinnlicher, harter, geistloser, oder, frecher, als es war. Es hat »licht inehr jenes sanft- Anziehende, geistig-Schöne, den Charakter jener Liebe , die man nicht zu verbergen braucht, sondern die Ehrfurcht einflößt, indem sie unser Herz trist. Noch ist das Gold ihrer körperlichen Schönheit da; aber der Brillant der Innigkeit, Andacht, Frömmigkeit fchlr, der hinein gefaßt, und dir Zierde Mmr des

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.