Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 6 H. (12.1806)
- Article
- Über die religiöse Bildung der Frauenzimmer jüdischen Glaubens
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 482 (sequence 10)
- Language
- German
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48a und zwar der bessere des ehemaligen religiösen Sinnes auf manche unserer heutigen Mädchen vererbt hatte? Niemand wird es längncn können, daß eS sehr viele Jüdinnen in unfern Zeiten gicbt, die, unparcheiisch gesagt, in jedem Betrachte ihren gebildeten christlichen Schwestern in keiner guten Eigenschaft im mindesten nachstchcn; niemand wird, ohne zu behaupten, daß die Wahrheit lüge, cs läugnen, daß sehr vielen heutigen Jüdinnen eine vortreffliche Herzensbildung zu Thcil ist, daß sic in einem hohen Grade veredelt stnd und jeden Kenner zur Bewunderung ihrer Talente und moralischen Eigenschaften selbst unwillkührlich Hinreißen. Wer wird es aber nicht auch hingegen eingcstehen, daß doch so mancher derselben, besonders in großen Residenzen, eine größere Dosts Religiosität zu wünschen wäre? Mich dünkt, das Weib bedarf vorzüglich, fast noch mehr als jeder andere Mensch, der göttlichen Religion. In den Augen des bessern Mannes intercsstrt ihre Weiblichkeit dadurch gewiß in einem höhern Grade. Ihre Seele ist mehr für das, Höhere und Göttliche gestimmt, aus ihrem Innern verscheucht der ehrwürdige Gedanke an Gott und Tugend, jede Aufwallung der Seelenruhe zerstörenden Leidenschaften. Mir wenigstens ist nichts verhaßter als ein Weib, * das über wichtige religiöse Gegenstände kalt vernünftelt Md die Religion gcringschätzt. Religion schmückt da- Weib, sie veredelt dessen zarte Natur, so wie hingegen Jrreligion sie vernichten kann. „Alle irreligiösen Weiber höre» auf,'Wttber zu scyn, sagt Hr. Ewald. Entweder sie erfüllen ihren Beruf nicht; werden schöne Geister, Politikerinnen, Philosophinncn, Toukünstlerinncn—Alles, nur nicht Gattinnen ihrrrMänner, Mütter ihrer Kinder, Vor- ——— „ stehermnm