Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 6 H. (12.1806)
- Article
- Einige Ideen über Mosaismus und Judenthum
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 464 (sequence 11)
- Language
- German
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464 — der Gesellschaft weggeschasst werden. Der mindeste Funke von Un - und Aberglaube konnte leicht zur Hellen Flamme «uflodcrn , und den ncuenlstandencn Staat in seinem Wer. den vernichten. Eben dieser Un - und Aberglaube allein war cs, den er in jedem Ausländer und Nichtjuden verachtete; nicht das Ausländische und Nichtjüdische haßte er in demselben. Der Ger oder Ausländer war ihm nicht minder verbrüdert, als der eigentliche Israelite. Wir finden sogar, daß er überall jenen diesem vorzichet, wo ec von mildthatigcn Gaben oder sonstigen Wohlkhaten spricht, ausdrücklich sagt er: Liebe den Ger, wie dich selbst. (Lev. 19, 34.). Bei der sorgfältigen Absonderung der Mosaiten von gewissen andern Nationen liegt kcincswegcs Zntoleran; oder Nationalstolz zum Grunde. Wie würde dieses mit seiner häufig und streng cingeschärftcn allgemeinen Menschenliebe zusammen zu reimen seyn? Beim Verboth der ehelichen Verbindung mit Töchtern anderer Nationen gicbt er die Ursache an; sie mochten, heißt es in dieser Stelle, deine Sohne zur Abgötterei verleiten. Diese Scuche suchte er überall auszurottcn; aber nirgend findet man eine Spur von Nationalstol;; Nationalepistenz war sein Hauptaugenmerk. Wer laugnet es ferner, daß Liebe und Dankbarkeit die beiden Grundpfeiler seiner Verfassung sind. Seine Menschenliebe kennt keine Schranken; sie ist weder an Klima, noch an Tracht oder Sprache, gebunden, de« -Menschen liebt er im Menschen. Der Mensch, das Ebenbild Gottes auf Erden, ist ihm unter jeder Farbe, jeder Tracht, in jeder Mundart, wie dem großen Volkslehrer der Christen, heilig. In seinem Hauptgesetze der Mm« schmlicbe: Lieb« deinen Nächsten wie dich -selbst, bediente er