Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 6 H. (12.1806)
- Article
- Einige Ideen über Erziehung und öffentlichen Unterricht
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 437 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2304627-2304646-2304647-10856458-2314120--00559-2314647- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
437 Mann?") die Fragt aufgeworfen worden: Was habt ihr bei eurem Institute für einen Zweck? wozu soll der junge Jude, der doch einst nur Kaufmann werden kann, diese Art der Bildung, die er empfangt, nutzen? Wollt ihr lauter Gelehrte aus eurer Jugend bilden? Werdet ihr sie nicht mit unbe» siimimen Ahndungen und Wünschen erfüllen, die, da sie in ihrem Leben keine Befriedigung finden, sie nur unzufrieden mit ihrer Lage machen müssen? Ich habe schon im Vorigen auf diese Frage geantwortet, hier indessen noch einiges. Es kann nie der Zweck einer Schulanstalt scyn, ge« rade nur das zu lehren, was für die künftig zu ergreifende Lebensart von Nutzen ist; ihr Zweck ist im Allgemeinen, den Knaben zum Menschen und zum Bürger zu bilden. So allgemein noch das Urtheil der meisten Eltern seyn mag: Mein Cohn braucht dicß oder jenes nicht zu lernen, er hat es in seinem künftigen Stande nicht no'thig, so falsch und unrichtig ist es auch. Bei Denrtheilung der Gegenstände des öffentlichen Unterrichts muß man nicht darauf sehen, was für einen gewissen Stand von unmittelbarem Nutzen, von absoluter Unentbehrlichkeit ist, sondern auf das, was im Allgemeinen geschickt ist, den Knaben zu einem verständigen, moralisch guten und gebildeten Manne zu erheben; denn dieses sollte er in jedem Berufe, in jedem bürgerlichen Gewerbe seyn. Aus diesem einzig wahren Gesichtspunkte muß man also auch die jüdische Schulanstale ' in Dcßau bcurthcilen. Ihr Zweck ist,, Menschenbildüng im Allgemeinen zn bewirken, und dazu gehört freilich der Unterricht in Wissenschaften , wovon der Kaufmann keim besondere Anwendung machen kann. Aber sollte es den« müg» *) In einem Briefe an mich. D. Fr.