Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 6 H. (12.1806)
- Article
- Einige Ideen über Erziehung und öffentlichen Unterricht
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 435 (sequence 11)
- Language
- German
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4Z5 ist, noch die hebräische, welche überdieß im bürgerliche» Lebe» ihm wenig nutzen konnte» höchstens etwas rechnen, weil es zum Handel unentbehrlich war, und nothdürftig das sogenannte Jüdischdeutsche schreiben; an richtigen, ge« schweige an schönen Ausdruck ward nicht gedacht, noch weit weniger an wissenschaftliche Kenntnisse, an Aufklärung der Begriffe über die Natur der Dinge und die gesellschaft« lichcn Verhältnisse des Menschen im Staate; sein Religionsunterricht bestand in der Bekanntmachung mit nutzlosen Zeremonien, mit manchen GcbetSformrln, die es nicht verstand, mit mythischen Fabeln, bei denen es sich nichts denken konnte, und die feinen Verstand nur verwirren mußten. Der moralische Unterricht ward ganz vernaxhlaßigt, verstand doch der Lehrer selbst nichts davon, .ßo war die bisherige Bildung der indischen Kinder beschaffen^ so ist sic cs vielleicht noch bis diese Stunde an mehrer» Orten. Es war vielmehr eine Verbildung, als Bildung; denn weniger Schaden konnte eine gänzliche Rohheit stiften, als diese Verschraubung aller natürlichen Anlage» und Gefühle. Aber endlich hat wenigstens an Einem Orte das Gefühl des Bessern gestegt. Deßau, durch die Be- ' mühungen des edelsten Fürsten schon einmal eine der ersten Pflegerinnen der bessern Erziehungsmethode unter den Christen , wird es auch jetzt in Beziehung auf die jüdische Nation. Eine Gesellschaft junger Leute, vom Enthusiasmus für das Wohl der Menschheit ergriffen, hat alle Schwierigkeiten überwunden und eine Unterrichtsanstalt gestiftet» die auf richtigcrn Grundsätzen gebauet ist, und welche^ wenn ihr auch noch manches zur Vollkommenheit mangelt, da sie dem Drange der Umstände und der gegenwärtige» Jir fcro»